Ein kurzer Blick in der Halbzeit auf die Zwischenstände und dann abends die Sportschau – so sieht im Moment meine Fußballinformation am Wochenende aus. Normalerweise genieße ich den Sportteil der FAS sehr, aber aus Zeitgründen landet die momentan auf «dem Stapel», der wohl erst in zwei Wochen abgearbeitet werden wird.
Dennoch, die Artikel-Flaute hier soll ein Ende haben und wenn ich schon nicht dazu komme, an meinem neuen Studien- und Wohnort Spiele aus der Premier League im Irish Pub des Vertrauens zu genießen, dann soll wenigstens diese kleine samstägliche Randbemerkung nicht verschwinden.
Nun denn:
- Ich habe erst im «Exil» so etwas wie Lokalpatriotismus entwickelt und begonnen, mit dem 1. FC Nürnberg mitzufiebern. Die Leistung heute war – soweit ich das beurteilen kann – in vollem Umfang erstligareif, was schon einmal ein gutes Zeichen ist. Ein überzeugender Sieg gegen Hannover, jetzt nur noch einen Punkt Abstand auf den Relegationsplatz oder zwei auf den ersten sicheren Nichtabstiegsplatz (dort steht allerdings Freiburg, die erst morgen spielen; verlieren die Breisgauer nicht gegen Bayer 04 Leverkusen, dann vergrößert sich dieser Abstand wieder).
- Vor allem das 0:2 der Nürnberger war hervorragend herausgespielt, auch wenn Hannovers Abwehr den Torschützen Albert Bunjaku komplett ungedeckt ließ und sich vielmehr auf den weiter vorne postierten Mintal (?) konzentrierte. Grandioser Spielzug von Dennis Diekmeier, der erst eine Lücke in der Defensive nutzt, dann auf einmal an der Grundlinie steht und die Zeit und die Übersicht hat, um seinen Mitspieler Bunjaku zu entdecken und anzuspielen. So sieht Erstligafußball aus!
- Interessanterweise unterlief den Franken beim 1:2 für Hannover der exakt gleiche Abwehrfehler: Einfach mal einen Spieler vergessen. Darf nicht passieren, vor allem nicht im Strafraum. Und gefährlichere Gegner, die einen echten Stürmer auf dem Platz haben (Gruß an Mike «ich schieße aufs Tor sobald ich den Ball habe, aber ich treffe eigentlich nie» Hanke – Mirko Slomka erklärte ja im Interview nach dem Spiel, dass er gerne noch einen Angreifer verpflichten würde), gefährlichere Gegner also nutzen solche Fehler weitaus öfter und effektiver.
- Bei all dem Jubel über Robben, Schweinsteiger und van Bommel frage ich mich: Wo ist eigentlich Hamit Altintop? (Genauer gesagt fragte ich es mich erstmals, als Halil Altintop zum ersten Mal für Eintracht Frankfurt auflief.) Ich hatte (Hamit) Altintop als guten Spieler in Erinnerung: Engagiert, läuferisch stark, gut in den Zweikämpfen, stets mitdenkend. Fast so ein kleines bisschen wie Ivica Olic. Ich hatte schon befürchtet, Altintop wäre verkauft worden und hatte kurz die erste türkische Liga im Verdacht, aber wie sich gerade eben herausstellte, war die Vermutung unbegründet und Altintop weiter an der «Säbener Straße» angestellt. Der Vertrag läuft im Sommer aus. Und dann? Weiter Bundesliga? (Ich geb’s ja zu, ich bin ein kleiner Altintop-Fan.)


