
Foto: JBalázs auf Flickr.com
- Für die deutsche Nationalmannschaft gibt es bei Karstadt so wunderbare Fan-Artikel wie die Deutschlandfahne, die auf Knopfdruck die Nationalhymne singt, und den aufblasbaren Gummiadler Fritz, gestaltet in grausamen Farben.
- Der Schweizer Rekordtorschütze hört auf den landestypischen Namen Kubilay Türkyılmaz. 34 Tore erzielte der in der italienischsprachigen Schweiz geborene Stürmer mit türkischer Abstammung für die Schweiz. Von 1996 bis 1998 war er der Schweizer Spieler des Jahres. Allerdings könnte Alex Frei ihm bald den Titel des Rekordtorschützen streitig machen – im Moment hat er 32 Tore erzielt, also zwei weniger als der bisherige Rekord. [Update: Frei konnte im letzten Schweizer Vorbereitungsspiel vor der EM gegen Liechtenstein zwei Treffer erzielen und hat damit «Kübi» überholt.]
- Nationalmannschaften und ihre Spitznamen sind ein dankbares Thema. Die Tschechen nennen ihre Elf ganz förmlich Reprezentace («Vertretung»), die Portugiesen quälen sich ein etwas längeres Seleção das Quinas («Auswahl der fünf Schilde») über die Lippen, die Kroaten plaudern wegen dem Muster auf den Jerseys von den Kockasti («Karierten»), während in Rumänien das eigene Team als Tricolorii («die Dreifarbigen», das gleiche Attribut trifft übrigens auf satte weitere acht Teilnehmerländer zu) bezeichnet wird. Von «der Auswahl» sprechen sowohl Spanien (La Selección) und Russland (Sbornaja). Den wohl kreativsten Namen haben sich wohl die griechischen Fans einfallen lassen. Die nennen ihre Rehhagel-Kicker nämlich To Piratiko: «das Piratenschiff». Ahoi!
- Bei der EM 1996 schied die Türkei, derzeit die Nummer 23 der FIFA-Weltrangliste, punkt- und torlos aus. Vier Jahre später kamen sie bis ins Viertelfinale.
- Mit Österreich und Polen waren bislang zwei von 16 Nationalmannschaften noch nie zuvor bei einer EM dabei.
- Vor dem entscheidenden Qualifikationsspiel England gegen Kroatien (England hätte unentschieden spielen müssen, um zur EM zu fahren, verlor aber 2:3) sang der britische Tenor Tony Henry bei der kroatischen Nationalhymne statt «Mila kuda si planina» inbrünstig «Mila kura si planina». So wurde aus «Du weißt, mein Liebling, wie wir deine Berge lieben» ein eher eindeutiges «Meine Liebe, mein Penis ist ein Berg». Einen schönen Gruß auch an alle, die per Google und auf der Suche nach Zweideutigkeiten jetzt auf dieser Seite gelandet sind.
- Keine Vetternwirtschaft in Kroatien, Nationaltrainer Slaven Bilić macht alles höchstpersönlich. Als Bassist der kroatischen Band Rawbau spielte er auch noch den offiziellen EM-Song seines Landes ein: «Vatreno ludilo».
- Deutschland nimmt zum neunten Mal an einer EM teil, die höchste Anzahl im Teilnehmerfeld. Dabei hatte sich Sepp Herberger konsequent geweigert, die DFB-Elf bei dem Turnier antreten zu lassen. «Reine Zeitverschwendung» sei das, knurrte Herberger, den der Wettbewerb bei der Vorbereitung auf die EM störte. Erst 1968, also bereits unter Helmut Schön, nahm Deutschland an einer Europameisterschaft teil, vier Jahre später gewannen sie – wieder unter Schön – erstmals das Turnier.
- Einer der Ausläufer des Totalen Fußballs: Johan Cruyff setzte in der Vorbereitung der EM 1976 beim neuen Bondscoach Georg Knobel durch, dass Spieler im Trainingslager rauchen durften. Knobel war damals faktisch nur für die Aufstellung verantwortlich, alle anderen Kompetenzen waren ihm entrissen worden.
- Luca Toni wird von seinen italienischen Landsleuten «l’Armadio» genannt: «der Schrank».
- Als Griechenland vor vier Jahren die EM gewann, lagen die Wettquoten im Vorfeld bei 81:1. Heute hat Österreich exakt die selbe Quote.
- «Der Zweck heiligt die Mittel», dachten sich die Spanier bei der EM-Quali 1976 und statteten vor dem Auftaktspiel gegen Dänemark den Argentinier Roberto Martínez mit einem gefälschten spanischen Pass aus. Es sollte sich lohnen, Martínez schoss das Siegtor.
- Ginge es nach der FIFA-Weltrangliste, dann würde Deutschland dritter (5. der FIFA-Liste). Das Finale würde Italien (#3) gegen Spanien (#4) gewinnen.


