Glaubt man einem Bericht der 11Freunde, dann ist Borussia Dortmund an Christian Gross dran. Der Schweizer ist zur Zeit Trainer beim FC Basel, wo er UEFA-Pokal- und Champions-League-Erfahrung sammeln konnte.
Gross’ Erfolge als Trainer beschränken sich vor allem auf die Schweiz: Er konnte fünf Meistertitel holen (zwei mit dem Grashopper Club Zürich, drei mit dem FC Basel) und sorgte für regelmäßige Qualifikation für internationale Wettbewerbe. Zu Beginn seiner Trainerkarriere konnte er sich als Aufstiegstrainer beim FC Wil profilieren. Ein Intermezzo in England verlief weniger erfolgreich, bei Tottenham Hotspur wurde er nach wenigen Monaten entlassen.
Seit 1999, also inzwischen neun Jahre, ist er Trainer des FC Basel, der unter ihm zahlreiche Erfolge feiern konnte. Wilfried Wittke beschreibt ihn für 11Freunde als ausgezeichneten Taktiker und Autoritätsperson.
Als weitere Kandidaten für das Dortmunder Traineramt gelten der Ex-Mainzer Jürgen Klopp und Michael Laudrup, von dem es jedoch heißt, dass er wohl bei Benfica Lissabon anheuern wird.
Am Ende wird es dann wohl heißen: Gross oder Klopp. Für Gross spricht auf jeden Fall seine größere Erfahrung, er ist älter und abgeklärter als Klopp. Auch die Tatsache, dass er bereits mehrfach in internationalen Wettbewerben vertreten war, spricht für den 54-jährigen Schweizer. Klopp ist vor allem als emotionaler Motivator bekannt – und stünde damit eher in der Tradition des jüngst geschassten Thomas Doll.
Bleibt die Frage, wo es beim BVB derzeit Verbesserungsbedarf gibt. Auf den ersten Blick sieht der Kader eigentlich ganz ordentlich aus; Dolls Aussage im Interview mit der WELT, dass man mit diesem Kader bestenfalls zwei oder drei Tabellenplätze besser hätte abschneiden können, sieht nach einer reinen Schutzbehauptung aus. Gerade in der Offensive ist Dortmund hervorragend besetzt. Spieler wie Alex Frei, Mladen Petric, Tinga oder Kuba garantieren für reichlich Qualität in der Vorwärtsbewegung. Auch Florian Kringe ist hier zu nennen, der für gewöhnlich eine solide Defensivleistung mit Akzenten in Richtung Strafraum kombiniert. In der Abwehr zeigt sich Dortmund jedoch mangelhaft besetzt. Wörns und Kovac sind zwar erfahren, aber eben auch langsam. Beide verloren immer wieder Duelle gegen körperlich fittere, weil einfach jüngere Gegenspieler. Hier fehlt einfach ein guter Innenverteidiger, groß und kopfballstark mit ordentlicher Schnelligkeit und gutem Stellungsspiel. Die BVB-Defensive ist entweder zu alt oder zu jung – einen Spieler im passenden Alter gibt es schlicht nicht, hier muss durch einen guten Transfer nachgelegt werden. Weiterhin sind die Dortmunder Außenverteidiger oft sehr im Angriff engagiert, in der Verteidigung aber nur selten herausragend. Dede sucht den Weg nach vorne und foult hinten relativ viel, Philipp Degen war ein verkappter rechter Mittelfeldspieler und Antonio Rukavina erledigte seine Aufgabe in der Abwehr bestenfalls durchschnittlich. Sinnvoll wäre auch ein zweiter guter defensiver Mittelfeldspieler. Hier bietet sich in erster Linie Florian Kringe an, der bei Verletzungen von Mannschaftskameraden jedoch auch gerne einmal über das halbe Spielfeld rotiert. Der gesuchte Mann sollte vor allem für Stabilität in der Verteidigung sorgen, an der es dem BVB im Moment am meisten mangelt.
Christian Gross als neuer Trainer bei der Borussia? Auf den ersten Blick keine schlechte Idee. Es wäre ein Abkehr von den Ideen Dolls und die Hinwendung zu einer Person, die wirklich bereit ist, durchzugreifen und eine Mannschaft zu formen, anstatt wortreich vor der Presse die eigene Mannschaft trotz eines schlechten Spiels zu verteidigen.
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27. Mai 2009 um 15:19
[...] 2008, wurde hier (als dritter Artikel seit der Entstehung) die Frage aufgeworfen, ob der Schweizer Christian Gross zu Borussia Dortmund wechseln und dort die Nachfolge von Thomas Doll antreten würde. Dem an Fußball interessierten Leser ist [...]