Manchester United
Tor
Edwin van der Saar: Hielt in der zweiten Halbzeit den Angriffswellen Chelseas stand. Rutschte beim Gegentor auf glattem Rasen. Einer von sechs Elfmetern gehalten, ein zweiter ging an den Pfosten. Solide, aber nicht überragend.
Abwehr
Wes Brown: Der Glatzkopf machte in der Abwehr ein gutes Spiel, gewann in der Defensive viele Zweikämpfe und konnte sich auch immer wieder ins Angriffsspiel einschalten. Wurde in der Nachspielzeit zu Gunsten von Anderson ausgewechselt (taktischer Wechsel fürs Elfmeterschießen).
Rio Ferdinand: Mit gewohnt direkter Spielweise und Stärke in den Zweikämpfen ein Turm in der Abwehrschlacht Manchesters in der zweiten Hälfte. Hielt trotz Wadenkrämpfen in der 70. Minute bis zum Abpfiff fünfzig Minuten später durch.
Nemanja Vidic: Neben Ferdinand souverän in der Innenverteidigung. Gute Raumaufteilung zwischen ihm und Ferdinand, die Abstimmung passte.
Patrice Evra: Sorgte immer wieder für Zug nach vorne. Viele Dribblings, viele Pässe, viele Aktionen in der Offensive. Hinten eher selten gefordert.
Anderson: Taktischer Wechsel in Bezug auf das Elfmeterschießen. Traf.
Mittelfeld
Owen Hargreaves: Spielte überraschend. In der ersten Halbzeit immer wieder im gegnerischen Strafraum, wurde aber oft zu hoch angespielt. Ab der 45. Minute dann defensiv gefordert. Traf im Elfmeterschießen.
Paul Scholes: Blutete früh aus der Nase und hatte damit eine Zeit lang zu kämpfen. Kluger Ballverteiler im Mittelfeld, jedoch mit wenig Offensivdruck. Ging in der 87. Minute für den offensiveren Ryan Giggs.
Michael Carrick: Dynamisch zu Beginn, später ruhiger. Oft im Halbfeld unterwegs. Ordentliche Partie. Traf im Elfmeterschießen.
Cristiano Ronaldo: Sprühte in der ersten Hälfte vor Kreativität. Trotz jungen Alters der Mittelfeldmotor von Manchester, dominierte den Spielrhythmus. Des Widerspänstigen Zähmung misslang am Ende: Verschoss seinen Elfmeter, weil er Petr Cech vorführen wollte.
Ryan Giggs: Kam in der 87. Minute für Paul Scholes. Vor allem im Sturm aktiv, rutschte jedoch an einigen guten Möglichkeiten vorbei. Verwandelte den für Manchester entscheidenden Elfmeter sicher.
Sturm
Wayne Rooney: Ein Schatten seiner selbst. Ohne gute Torchance. An der Entstehung des Führungstreffers beteiligt, aber oft nicht im Zentrum des Spiels. Machte in der 102. Minute Platz für Nani und war mit sich selbst unzufrieden. Wurde aber auch konsequent von Chelseas Abwehr in Schach gehalten (oft vier Verteidiger gegen die beiden Manchester-Stürmer)
Carlos Tevez: Ließ sich im Gegensatz zu Rooney öfter ins Mittelfeld fallen, um an Bälle zu kommen. Spielte den Ballverteiler, als er merkte, dass es für ihn als reiner Stürmer nicht lief. Ein sehr gutes Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit! Traf im Elfmeterschießen.
Nani: Blutjung und sehr dynamisch. Wurde in der 102. Minute eingewechselt und orientierte sich eher Richtung Mittelfeld. Belebende Dribblings, immer wieder schöne Einzelaktionen. Sorgte dafür, dass ManUtd in der Nachspielzeit noch Offensivaktionen zustande brachte. Traf im Elfmeterschießen.
FC Chelsea
Tor
Petr Cech: Gewohnt überzeugend im Tor. Hielt in der ersten Halbzeit immer wieder den Manchester-Sturm auf. Beim Gegentor machtlos. Lag beim Elfmeterschießen oft in der richtigen Ecke.
Abwehr
Michael Essien: Beim Gegentor inkonsequent gegenüber Cristiano Ronaldo. Man merkte, dass er normalerweise nicht in der Abwehr, sondern im Mittelfeld spielt. Steigerte sich später.
Ricardo Carvalho: Verteidigte mit allen Mitteln – nicht immer mit fairen. Einer der Stützpfeiler von Chelseas verändertem Auftreten in der zweiten Halbzeit.
Ashley Cole: Sein Einsatz war wegen einer Knöchelverletzung fraglich, er spielte allerdings durch. Ordentliches Spiel, aber nicht mehr. Traf im Elfmeterschießen.
John Terry: Der Kapitän trieb seine Mannschaft nach der Halbzeit immer wieder nach vorne. Wille zum Sieg erkennbar, schaltete sich aber nicht so oft vorne ein. Verschoss den Elfmeter, der die Entscheidung für Chelsea hätte bedeuten können (weggerutscht auf nassem Rasen).
Mittelfeld
Michael Ballack: Von unglaublichem Siegeswillen getrieben. Der beste Spieler von Chelsea auf dem Feld. Suchte und gewann Zweikämpfe, stoppte ab der Halbzeitpause Cristiano Ronaldo. Traf im Elfmeterschießen sicher. Nach Abpfiff untröstlich. Für mich Man of the Match.
Joe Cole: Baute in der zweiten Halbzeit gewaltig Druck auf die ManUtd-Defensive auf. Ansonsten funktionierendes Rädchen im Chelsea-Mittelfeld. Ging in der 99. Minute für Nicolas Anelka.
Frank Lampard: Erzielte den Ausgleichstreffer alleine vor van der Saar. Machte eine gute Partie. In zweiter Halbzeit weniger Einzelspieler und mehr Teil des Teams. Traf im Elfmeterschießen.
Claude Makelele: Wichtig für das Funktionieren des Mittelfeldes, aber wenig Einzelaktionen. Für ihn kam in der Nachspielzeit Juliano Belletti (taktischer Wechsel fürs Elfmeterschießen).
Florent Malouda: Interpretierte seine Rolle als Bindeglied zwischen Mittelfeld und Sturm sehr ansprechend. Oft am Ball. Suchte die Duelle mit dem Gegner. Sehr dynamisches Spiel! Ging in der 92. Minute, für ihn kam Salomon Kalou.
Salomon Kalou: Brachte frischen Wind in die Nachspielzeit. Dribbelstark, gern am Ball. Traf im Elfmeterschießen.
Juliano Belletti: Taktischer Wechsel fürs Elfmeterschießen. Er traf.
Sturm
Didier Drogba: Kam selten zum Zuge. Von der Manchester-Defensive fast abgemeldet – aber eben nur fast. Wurde oft in Doppeldeckung genommen. Besser als auf der anderen Seite Wayne Rooney, aber schlechter als Tevez.
Nicolas Anelka: Kam in der 99. Minute für Joe Cole. Wirkte behäbig, etwas zu bullig für das Spiel. Unterstützte und entlastete Drogba. Verschoss den entscheidenden Elfmeter.
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