Türkei und Tschechien streiten sich um Einzug ins Viertelfinale

15. Juni 2008

Kurz zusammengefasst meine Beobachtungen aus der ersten Halbzeit: Eine defensiv geprägte Partie, beide Seiten haben Angst vor eigenen Fehlern, die ein Tor und damit das eigene Ausscheiden verursachen könnten. Während es die Türken mit hohen Bällen gegen die tschechische Abwehr versuchen, trägt die Brückner-Elf ihre Angriffe vor allem über rechts vor.
Nach dem Führungstreffer für Tschechien öffnet sich die Türkei etwas. Leichter Vorteil für Tschechien, entschieden ist aber noch gar nichts.

Die zweite Halbzeit sollte das komplette Gegenteil zur ersten Spielhälfte werden. Die Türkei drückte – doch Tschechien konnte seine Führung auf ein 2:0 ausbauen. Unentwegt stürmten die Terim-Kicker nach vorne, um in der 75. Spielminute endlich den verdienten Anschlusstreffer zu erzielen. Tschechien hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits komplett auf die Defensive konzentriert, alle Spieler hatten sich in die eigene Hälfte zurückgezogen und versuchten, unter dem Druck der Türken nicht zusammenbrechen. Vor allem Hamit Altintop erwies sich als Motor des türkischen Mittelfelds, lieferte scharfe und präzise Flanken und suchte das Duell mit seinem Gegenspieler.
Nach dem Anschlusstreffer sah es lange so aus, als ob die tschechische Abwehr das 2:1 über die Zeit retten könnte. Doch in den letzten Minuten der Partie überschlugen sich die Ereignisse. In der 87. Minute schießt Nihat die Türken zum Ausgleich, zwei Minuten später bricht die tschechische Defensive endgültig auseinander und Nihat erzielt die 3:2-Führung für die Türken. (Übrigens war Hamit Altintop der Vorlagengeber für alle drei Tore.) Drei Minuten später stößt Volkan Demirel Jan Koller zu Boden und sieht die rote Karte. Die Türkei ohne Torwart und ohne Möglichkeit zu wechseln. Es sieht noch einmal so aus, als ob es den Tschechen gelingen könnte, einen Ball über die Linie zu stochern. Fünf Minuten nach Ende der regulären Spielzeit dann der Abpfiff. Die Türkei ist im Viertelfinale, Tschechien konnte nicht ausgleichen. Der Elf vom Bosporus bleibt es erspart, das Elfmeterschießen mit einem Feldspieler im Tor bestreiten zu müssen (das wäre wohl der Höhepunkt der Dramatik dieser Vorrunde geworden).

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