
Foto: Von chris from vienna auf flickr.com veröffentlicht, mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Hätte man unmittelbar vor dem Turnier eine Blitzumfrage unter den Torhütern der EM und ihren Ersatzleuten gemacht, sie wäre verheerend für adidas gewesen. Der Europass flattere, so hieß es. Man könne ihn deswegen nicht festhalten. Mit diesem Ball provoziere man Tore.
Jetzt ist der Großteil der Europameisterschaft über die Bühne gegangen und ein kleines Fazit kann man sich erlauben: So schlimm, wie alle dachten, ist es nicht. Ich kann mich an genau einen Torwartfehler während des Turniers erinnern, wo es zur Katastrophe führte, dass der Ball nicht festgehalten werden konnte: Als Petr Cech im Spiel gegen die Türken einen Ball aus der Hand ließ und der Stürmer zum 3:2 entstand einschoss. Ansonsten größtenteils fehlerfreie Leistungen der Torhüter. Vor allem Ricardo im ersten Gruppenspiel der Portugiesen und Jens Lehmann im Viertelfinale gegen Portugal zeigten, dass sich dieser Ball durchaus festhalten lässt.
Um es kurz zu machen: Ich kann mich – abgesehen von Ballacks Freistoß im Viertelfinale – an kein Tor aus einer Distanz von etwa 20m erinnern. Vielmehr scheinen es die Feldspieler zu sein, die den Ball bei Weitschüssen nicht unter Kontrolle bekommen, Thomas Hitzlspergers Versuche gegen Portugal waren dafür symptomatisch.
Also: Bislang unbegründetes Jammern der Torhüter. Oder habe ich tatsächlich ein Tor aus größerer Distanz übersehen?
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