29. Juli 2008
Das Sommermärchen wird inzwischen so oft bei sportlichen Wettbewerben in der warmen Jahreszeit herbeizitiert, dass man angesichts des Hintergrundes mit Heinrich Heine et cetera schon fast kotzen möchte.
Am 1. Juli feiert ein Film in den deutschen Kinos Premiere, der einerseits im Sommer spielt und andererseits nicht einmal das Wort Sommermärchen verwendet. Sehr schön!
«Rausgehen, Warmmachen, Weghauen» wurde von Joachim Bornemann und Jan D. Gerlach gemacht und behandelt die Zeit des Sommers 2006, als St. Pauli darüber nachdachte, ein neues Stadion zu bauen und sich über diese Frage Präsident Corny Littmann und der Aufsichtsrat des Vereins.
Der Streifen zeigt das Umfeld und die Vereinskultur des FC St. Pauli: die linke Szene, politische Agitation, Engagement und unfassbare Liebe zum Fußball. Kino.de lobt, dass auf einen Kommentar aus dem Off verzichtet wurde und mit Präsident Littmann, Trainer Holger Stanislawski und Vertretern der Fan-Szene die verschiedenen Meinungen und Auffassungen reflektiert werden.
Ich habe den Film natürlich noch nicht sehen können, doch wenn er am 7. August in den deutschen Kinos anläuft, dann werde ich mir definitiv Karten besorgen, gebannt im Sessel sitzen und einen der symphathischsten Vereine Deutschlands bestaunen.
Wer mehr wissen will:
- Auf der Webseite des Films gibt es einen Überblick über die Inhalte, Bilder aus dem Film und eine Übersicht der Mitwirkenden.
- Ganz besonders herausgreifen möchte ich an dieser Stelle den Trailer, der auch auf der offiziellen Seite zu finden ist.
- SpiegelOnline/kicker.tv berichten auch darüber.
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Tags: Corny Littmann, FC St. Pauli, Heinrich Heine, Holger Stanislawski, Jan D. Gerlach, Joachim Bornemann, kicker.tv, Kino.de, Rausgehen Warmmachen Weghauen, Sommermärchen, SpiegelOnline, St. Pauli
26. Juli 2008
16 Jahre sind ins Land gegangen, seit Deutschland zum letzten Mal einen Juniorentitel gewann (1992 mit der U16). 3:1 siegte die deutsche U19 (trainiert von «Kopfballungeheuer» Horst Hrubesch) über die Azzurini und wurde Europameister.
In der Folge meine Notizen zum Spiel:
- Ich habe das Spiel erst ab der 55. Minute gesehen, aber Italien blieb für mich zu 90% harmlos. Der Anschlusstreffer zum 2:1 wecke noch einmal die Hoffnungen der Azzurini, aber davor und danach blieben sie harmlos.
- Vicente del Bosque wird immer wieder in den Mund gelegt, dass die Harmonie zwischen Talent und Ordnung entscheidend sei. Genau das war der Schlüssel der Deutschen, vor allem bei den Angriffen: dynamisch und spritzig nach vorne, aber nie die eigenen Räume vergessend. Sehr schön!
- Drei Spieler fielen mir in der zweiten Halbzeit besonders auf. Der erste ist Torwart Ron-Robert Zieler (Manchester United), der lange Zeit eine gute Figur machte, beim Gegentor jedoch nicht ganz schuldlos war. Er geht nach oben, wird aber vom gegnerischen Stürmer übersprungen (der deutsche Verteidiger bleibt absichtlich am Boden, um den eigenen Torwart nicht zu behindern – eine gute Aktion!). Auffällig bei Zieler war aber die Mischung aus Konzentration und Härte. Immer orientiert zu Ball und Spieler, aber nie nur daran interessiert, den Ball zu sichern oder aus der Gefahrenzone zu bringen. Der England-Legionär hatte immer auch den Gegenspieler im Blick und machte diesem mit seiner Physis klar, wer der Chef im Ring ist. Meiner Meinung nach schoss er dabei zeitweise etwas über das Ziel hinaus und rempelte für meinen Geschmack ein, zwei Mal zu oft.
- Timo Gebhart (TSV 1860 München) war mit Sicherheit der überragende Akteur der Partie. Der Mittelfeldspieler, an dem vor der Saison auch die TSG Hoffenheim interessiert war, interpretierte seine Rolle mit Parallelen zu Cristiano Ronaldo in einer geringfügig disziplinierteren Form. Gebhart hatte eine unglaubliche Laufleistung, war bei allen Angriffen dabei und half in der Abwehr aus. Mit seiner feinen Technik brachte er die italienische Defensive in Schwierigkeiten. Entscheidend dabei: seine Geschwindigkeit. Gebhart sieht, wo er den Ball haben will und befördert ihn schnell dorthin – zu schnell für die gegnerische Abwehr. Konsequent auch sein Verhalten im Strafraum: der Blick für den Nebenmann ist vorhanden, der Zug zum Tor auch. Nicht abzustreiten ist aber auch ein bei Cristiano Ronaldo nicht untypischer Anhang zur Eitelkeit und zu Kapriolen. Gebhardt ist zwar ein guter Spieler, die absolute Disziplin in allen Lebenslagen ist seine Sache aber nicht.
Meine Prognose: Gebhart sehen wir in nicht allzu ferner Zukunft in der Bundesliga und auch im Kader der deutschen Senioren-Nationalmannschaft.
- Richard Sukuta-Pasu (Bayer 04 Leverkusen) kann nach diesem Spiel definitiv eines der größten deutschen Sturm-Talente genannt werden. Der jüngste Akteur im Kader (18 Jahre und 6 Monate, er könnte damit noch ein Jahr bei den A-Junioren spielen) erinnerte in seiner Spielweise an Miroslav Klose mit einem robusteren Zweikampfverhalten. Schnell und engagiert, die Lücken in der Abwehr durch Vorstöße suchend und mit Überblick beim Torabschluss (gut verzögert beim 2:0).
Meine Prognose: In zwei Jahren spielt Sukuta-Pasu bei einem Bundesligisten im Sturm oder ist zumindest ein Kandidat für Einwechselungen. In spätestens vier Jahren sehen wir ihn in der Senioren-Nationalmannschaft debütieren. Wenn er die Form des heutigen Abends beibehält, dann ist er bei der WM 2010 in Südafrika als Ersatz für Klose dabei.
- Bezeichnend für alle deutschen Spieler war die Lauffreude und die überlegene Physis. Während Italien bei deutschen Angriffen nur zögerlich aufrückte, waren die DFB-Junioren am eigenen Strafraum immer Herr der Lage, da sie Mittelfeldspieler nach hinten zogen und auch die Stürmer sich zurückfallen ließen. Selbst in der letzten Spielminute sprintete ein Deutscher vom eigenen in den gegnerischen Strafraum, flankte – und Gebhardt schoss den Torwart mit sehr viel Pech an. Bei einem klaren 3:1 noch eine solche Offensivaktion vorzutragen (und es war keineswegs die einzige, nach dem 3:1 attackierte fast ausschließlich Deutschland) zeugt von der so oft geforderten «Siegermentalität».
[Nachtrag: Für Interessierte gibt es hier noch meine Notizen im Vorfeld der Junioren-EM.]
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Tags: 1860 München, A-Junioren, Azzurini, Bayer 04 Leverkusen, Bayer Leverkusen, Cristiano Ronaldo, Deutschland, Finale, Horst Hrubesch, Italien, Länderspiel, Manchester United, Miroslav Klose, Nationalmannschaft, Richard Sukuta-Pasu, Ron-Robert Zieler, Timo Gebhart, TSG 1899 Hoffenheim, TSG Hoffenheim, TSV 1860 München, U16, U19, U19-EM, U19-EM 2008, Vicente del Bosque, WM 2010
26. Juli 2008
Seit einigen Tagen bin ich bei Hattrick angemeldet und zwiegespalten. Das Spiel an sich finde ich genial, ich bin schon jetzt abhängig und wünsche an mir an so mancher Stelle noch mehr Details. Was ich aber tatsächlich etwas seltsam finde, sind die zahlreichen Hilfestellungen von Fans für Fans im Netz. Hattrick wird dadurch enorm mathematisch, wird eher zu einer Zahlenschieberei als zu einem echten Fußballspiel.
Ist noch jemand von euch bei Hattrick an Bord?
(Übrigens: Ich hatte die Idee, meinen Verein von Anfang an als Blog zu begleiten. Interessierte lesen bitte beim Blog von Union Erlangen weiter.)
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Tags: Hattrick, Hattrick.org
25. Juli 2008
Vor zwei Tagen lag es im Briefkasten, ich komme fast nicht zum Lesen. Bin dann mal weg…
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