Javier Caceres berichtet für die Süddeutsche Zeitung aus der Primera Division – und er hat keine guten Nachrichten für Freunde des spanischen Fußballs. Dort sind die Vereine traditionell in der Hand von Bau-Unternehmern, oft einer einzigen Person, die den gesamten Verein kontrolliert. Doch mit der Krise der spanischen Immobilienbranche sind immer mehr Klubpräsidenten gezwungen, ihr liebstes Spielzeug abzustoßen. Die Primera Division schlittert in eine Finanzkrise.
Deportivo La Coruña, Real Mallorca, Racing Santander, FC Valencia, Unión Deportiva Las Palmas, CD Alavés, Real Sociedad San Sebastián, Sporting Gijón – die Liste der Namen ist lang und eines ist ihnen allen gemein: Sie sind keine grauen Mäuse, sondern feierten Erfolge, auf die der rasche Absturz folgte.
Das Muster ist immer gleich: Unternehmen pumpen Geld in den Verein, kommen selbst in Schwierigkeiten und sind gezwungen, sich zurückzuziehen. Der Verein stürzt ab – im besten Fall bleibt es dabei, doch der Normalfall sieht anders aus: Insolvenz, ein eingesetzer Insolvenzverwalter bringt den Verein finanziell auf Vordermann, das Hoffen auf den nächsten Sponsor beginnt.
Die Spieler leiden, denn bei Insolvenzen müssen Gehälter nur teilweise ausgezahlt werden. 66.000€ netto muss ein Fußballer in Spanien jährlich mindestens verdienen, das ist tariflich festgeschrieben. Doch finanziell ins Straucheln geratene Klubs versuchen sich um diese Zahlungen zu drücken, verzögern die Gehälter. Das stinkt der AFE, der spanischen Spielergewerkschaft. Sind bis zum 31. Juli nicht alle ausstehenden Gehälter überwiesen, dann werde der erste Spieltag der neuen Saison bestreikt, so die Drohung.
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27. August 2008 um 09:20
Diese Entwicklung ist aber kein Ergebnis der letzten 2 Jahre, sondern ein Ergebnis mehrerer Jahrzehnte!
27. August 2008 um 17:38
Das kann ich leider nicht beurteilen, mit dem spanischen Fußball kenne ich mich kaum aus. Schon seit längerer Zeit habe ich mir vorgenommen, mich da tiefgehender zu informieren – aber irgendwie habe ich das bislang nicht geschafft.