Die Geschichte ist nicht mehr ganz taufrisch, aber immer noch gut. Dass der FC St. Pauli sehr aktive und engagierte Fans hat, ist kein Geheimnis mehr. Die Stimmung am Millerntor ist berühmt, der Einfallsreichtum der Kurve auch. St. Pauli ist unangepasst, ist eine Heimstatt der Fan-Kultur inmitten eines zunehmend kommerzialisierten Fußballs.
Das lockt natürlich auch Gäste an, denen es darum geht, sich mit den Federn der Fan-Kultur zu schmücken, ohne selbst etwas beizutragen – von dem Beitrag aus ihrer Brieftasche einmal abgesehen. Das Stadion am Millerntor ist klein, die Stimmung ausgezeichnet, die Schwarzmarktpreise hoch. St. Pauli ist eine Attraktion, für die einige Event-Fans hohe Preise zu zahlen bereit sind, was wiederum von zahlreichen Händlern auf dem Schwarzmarkt missbraucht wird.
Kurz: Die Kartenpreise auf dem Schwarzmarkt explodieren, die Stimmung im Stadion sinkt durch weniger aktive Fans. Dass der harte Kern der Pauli-Supporter etwas dagegen haben würde, war absehbar; dass die Reaktion wieder etwas Pauli-typisches haben würde, war ebenso vorhersehbar – und dennoch wieder überraschend.
Vor dem Spiel verfolgten Pauli-Anhänger einzelne Schwarzmarkthändler und sangen unter anderem: «Nur hundert Euro – er will doch nur hundert Euro!» Sie ließen nicht locker und verfolgten die Kartenverkäufer, was für eine gewisse Panik sorgte und vor allem das Geschäft kaputt machte.
Bislang hatte ich davon nur gehört (letzte Saison wurde damit begonnen), heute habe ich bei YouTube ein Video (in eher schlechter Qualität, wahrscheinlich mit einem Handy aufgenommen), dass die Fans, die echten Fans, dabei zeigt, wie sie sich gegen den Karten-Schwarzmarkt und dessen Auswüchse wehren.
Weiter so, FC St. Pauli!
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