Gestern erschien in der Süddeutschen Zeitung ein interessantes Interview mit DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der zugleich auch der jüngste deutsche Meistertrainer ist. Sammer bestätigt den Trend der qualitativen Aufwertung des Trainers, nachdem in dieser Sommerpause tendenziell mehr über Trainerneuverpflichtungen als über Spielerneuverpflichtungen diskutiert wurde. Wer hätte vor einem Jahr schon überlegt, ob Michael Skibbe eine gute Wahl für Bayer Leverkusen ist? Heute ist die Fachpresse voll mit Bewertungen zu seinem Nachfolger Bruno Labbadia!
Interessant wird das Gespräch zwischen Sammer und Christof Kneer vor allem gegen Ende: Sammer bekennt, als Trainer vor allem aus dem Bauch heraus entschieden zu haben und grenzt sich damit selbst von der neuen Trainergeneration ab, die über Expertenwissen in Sachen Sportwissenschaft und Trainingslehre verfügen (neben Jürgen Klinsmann mit seinen den Fußball zu anderen Sportarten öffnenden Ideen ist hier vor allem der studierte Sportwissenschaftler Jürgen Klopp zu nennen). Sammer bezeichnet sich selbst als «Lehrling» und lässt sich erst als Kneer den Meistertitel mit Borussia Dortmund ins Spiel bringt auf «erfolgreicher Lehrling» hochhandeln.
Für mich überraschend, dass er nicht mit seinem Erfolg kokettiert, sondern erkennt, dass sein Erfolg nicht zwangsläufig war. Erstaunlich nüchtern.
Und übrigens, ein gutes Interview!
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