Archiv für Oktober, 2008

Maradona und Argentinien – Wie einst Klinsmann und Deutschland?

29. Oktober 2008

Den Wunsch des Halbgottes konnte der argentinische Fußballverband offenbar nicht ausschlagen. Diego Armando Maradona wollte Nationaltrainer werden und so wurde er es auch.

Vielfach wird befürchtet: Maradona kann nur verlieren, die «Hand Gottes» ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Um dies zu verhindern, wird Maradonas Trainerstab eine Mischung aus alten Hasen und neuen Gesichtern sein:

  • Maradonas Assistent wird Carlos Bilardo. Der 69-Jährige trainierte bereits einmal die «Albiceleste», von 1983 bis 1990. In diese Zeit fällt auch der WM-Triumph 1986, außerdem kam man 1990 bis ins Finale (dass Argentinien dort verlor, ist in Deutschland ja wohlbekannt). Es wird gemunkelt, er könne die «graue Eminenz» im Team Maradona darstellen: Unheimliche Erfahrung und taktisches Geschick prädestinieren ihn für die Aufgabe als Nationaltrainer. Vielleicht wird er in etwa die Rolle spielen, die Joachim Löw als Assistent Jürgen Klinsmanns spielte: Das fachliche Wissen wird durch ihn vermittelt, für die Motivation ist der Chef persönlich zuständig.
  • Sergio Batista führte die «Albiceleste» bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking zur Goldmedaille. Im Vorfeld wurde er auch mehrfach als Nationaltrainer gehandelt, nun wird er einen Platz in Maradonas Trainerstab einnehmen. Er betreute nach dem Rücktritt von Alfio Basile als Interimscoach die Nationalmannschaft.
  • Pedro Troglio ist 43 Jahre alt und konnte einige Erfahrung als Trainer in Argentinien sammeln. Er spielte unter anderem für Hellas Verona und Lazio Rom, als Trainer war er bei CA Independiente de Avellaneda tätig.
  • José Luis Brown, ein Weltmeister 1986 und Vize-Weltmeister 1990 (Innenverteidigung). Verfügt aber über Trainererfahrung, vor allem als Assistenzcoach. Seit 2000 auch Cheftrainer verschiedener Erst- und Zweitligisten in Argentinien. Seit Dezember 2007 trainiert er die argentinische U17-Auswahl.
  • Sergio Goycochea, argentinischer Vize-Weltmeister 1990 (Torhüter). Wird wohl als Torwart-Trainer arbeiten.
  • Julio Olarticoechea, Weltmeister 1986 und Vize-Weltmeister 1990. Über Erfahrung an der Seitenlinie ist nichts bekannt.

Kurz vor dem Abpfiff

29. Oktober 2008

Bei YouTube gibt es ein sehr schönes Video zum FC Celtic (leider ist es nicht erlaubt, dieses hier einzubetten). Gezeigt werden 15 Tore in buchstäblich letzter Sekunde – gegen Hearts of Midlothian, gegen den AC Mailand und gerne auch gegen die Glasgow Rangers. Ein Zusammenschnitt aus der dreijährigen Amtszeit von Gordon Strachan, knapp sechs Minuten lang.

Ein schönes Zeugnis für den britischen Fußball: schnell, hart, direkt. Unbedingt in der hohen Auflösung ansehen, es lohnt sich.

Die nächsten Transfers

28. Oktober 2008

Aufmerksame Leser dieses Blogs kennen Diego Buonanotte bereits, denn Etienne Leue nannte ihn ihn im Argentinien-Interview eines der größten Talente des Landes. Dass der 1,59m kleine Spieler von River Plate Buenos Aires schon bald nach Europa wechseln würde, war klar. Nun liegen offenbar erste Kontakte vor. Etienne berichtet in seinem Blog ArgiFutbol, dass Espanyol Barcelona seine Fühler nach dem 20-Jährigen ausgestreckt haben soll. Neben Scouts begab sich auch Espanyols Sportdirektor nach Argentinien, um das Talent unter die Lupe zu nehmen.
Als Ablösesumme stehen etwa 15 Millionen Euro im Raum. Laut Etienne hat Barcelona schon letzte Saison versucht, Buonanotte zu verpflichten, damals scheiterte der Wechsel aber an der geforderten Ablösesumme.

Interessante Neuigkeiten finden sich auch in der Gerüchteküche der BBC: Freddie Ljungberg, einst für den FC Arsenal und West Ham United, wird seine Karriere als Fußballer wohl in den USA ausklingen lassen. Laut Informationen des «Daily Mirror» unterzeichnete der 31-Jährige, der im August seinen Vertrag bei West Ham aufgelöst hatte, einen Zwei-Jahres-Vertrag bei «Seattle Sounders», einem Verein in der Major League Soccer. In diesem Zeitraum soll Ljungberg etwa 7,8 Millionen US-Dollar verdienen (umgerechnet etwa 6,2 Millionen Euro). Ljungberg wurde abseits des Spielfeldes auch als Unterwäschemodel für «Calvin Klein» bekannt.

Nach Informationen von «The Sun» soll Manchester United bereit sein, drei Millionen Pfund (etwa 3,7 Millionen Euro) für den griechischen Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos auszugeben. Im Januar soll Papadopoulos nach dem Willen von Sir Alex Ferguson zu ManUtd wechseln. Bemerkenswert: Der Grieche ist erst 16 Jahre alt, gilt aber als eines der größten Talente des Landes. Papadopoulos spielte 2008 bei der U19-EM für sein Land und war der jüngste Teilnehmer des Turniers.
Neben ManUtd soll auch Newcastle United an Papadopoulos interessiert sein. Momentan hat er einen bis Juni 2011 gültigen Vertrag bei Olympiakos Piräus. Angeblich verfügt Olympiakos über eine Ausstiegsklausel von acht Millionen Euro in Papadopoulos’ Vertrag – das erste Angebot von Manchester wäre damit wohl eindeutig zu tief gegriffen.
Papadopoulos bestritt für Olympiakos bereits drei Ligaspiele und ist der jüngste Debütant in der heimischen Liga. Im Vorfeld der aktuellen Saison wurde er in vier Freundschaftsspielen eingesetzt. Bei der U19-EM stand er in allen drei Gruppenspielen (gegen Moldawien, die Niederlande und Russland) von Anfang an auf dem Platz und spielte nach Aussagen von Spielbeobachtern gut mit, obwohl er natürlich wesentlich jünger als alle anderen Akteure war. Ein Jahr zuvor war die griechische U19 Vize-Europameister geworden, nun hat Papadopoulos seinen Platz im Team sicher.

Breaking News: Özil spielt für DFB

22. Oktober 2008

Laut der «Syker Kreiszeitung», die in Sachen Werder Bremen ja immer recht gut informiert ist, will Mesut Özil für die deutsche Nationalmannschaft spielen – und erteilt damit der Türkei eine Absage, die um den deutschen U21-Nationalspieler geworben hatte.

Özil ist in Deutschland geboren, hat aber türkische Eltern. Der türkische Fußballverband «Türkiye Futbol Federasyonu» (TFF) und Nationaltrainer Fatih Terim hatten versucht, ihn für die eigene Nationalelf zu gewinnen. Özil erbat sich Bedenkzeit, nun hat er seine Entscheidung getroffen. Die Süddeutsche Zeitung zitiert ihn folgendermaßen:

Ich fühle mich beim DFB bestens aufgehoben. Ein anderer Verband als Deutschland kommt für mich momentan nicht in Frage. [...] Es wäre eine Riesensache, wenn der Bundestrainer mich anrufen würde. Ich würde mich persönlich sehr darüber freuen.