Gibt es eigentlich noch europäische Profi-Vereine ohne Trikotwerbung? Die zwei Parade-Beispiele der Vergangenheit waren der FC Barcelona und Athletic Bilbao.
Barcelona trägt seit dem September 2006 das UNICEF-Logo auf der Brust – auch wenn sie dafür kein Geld bekommen und dem UN-Kinderhilfswerk sogar noch jährlich 1,5 Millionen Euro spenden (der Vertrag läuft bis 2011).
Wie ich nun erfahren musste, hat seit dieser Spielzeit auch Athletic Bilbao einen Sponsor auf dem Trikot stehen. Der baskische Mineralölkonzern Petronor, eine Tochter des Petrochemie-Unternehmens Repsol, zahlt dem Primera-División-Verein drei Jahre lang sechs Millionen Euro.
In der Vergangenheit hatte Bilbao nur ein Mal Trikotwerbung zugelassen: Als Bekenntnis zur baskischen Heimat trug der Verein bei seinen UEFA-Cup-Spielen in der Saison 2004/05 den Spruch «Euskadi» (die Selbstbezeichnung des Baskenlandes in der Landessprache) auf der Brust.
Die Fans sind selbstverständlich gespalten, einerseits bedauert man den Bruch der Vereinstradition, andererseits hebt man lobend hervor, dass das Unternehmen zumindest aus dem Baskenland stamme.
Die Antwort auf meine Eingangsfrage liefert mir passenderweise auch gleich der Primera División-Blog: UD Almería, Betis Sevilla, Deportivo La Coruña, Real Mallorca, der FC Málaga sowie Racing Santander konnten keinen Trikotsponsor finden und laufen unfreiwillig ohne Werbung auf dem Jersey auf. Spitzenreiter in Spanien ist erwartungsgemäß Real Madrid, bwin zahlt 18 Millionen jährlich. Der Rest der Verträge bewegt sich im einstelligen Millionenbereich, oft eher im unteren Bereich.
Aber zurück zur Frage: Gibt es eigentlich noch Profivereine, die bewusst und aus ideologischen Gründen auf Trikotwerbung verzichten?
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