In der Halbzeit
Zwei Minuten zu spät, gleich mal das Führungstor für ManCity verpasst. Die Engländer gingen bereits nach 36 Sekunden in Führung, doch der HSV entfaltete im Folgenden mehr Druck, führte die Angriffe konsequenter zu Ende und erzielte in der 9. Spielminute nach einigen vergebenen Chancen den verdienten Ausgleich.
Auch danach war der HSV die überlegene Mannschaft, die sich immer wieder Chancen herausspielte, aber keine davon in einen Torerfolg ummünzen konnte – oft hatte Shay Given schlicht Glück, der City-Torhüter wurde oft angeschossen oder bekam den Ball genau auf den Mann gespielt.
Auf die Hamburger Druckphase folgte eine Periode, in der Manchester stärker wurde, vor allem Stephen Ireland und Craig Bellamy, die immer wieder offensive Außenpositionen bekleideten, forderten die HSV-Abwehr. In der Zentrale war Daniel Sturridge präsent, Robinho bekam seltener Gelegenheit sich auszuzeichnen und wurde meist konsequent von Hamburger Spielern gedeckt.
Auf Seiten der Norddeutschen sind vor allem Marcell Jansen, Dennis Aogo und Jonathan Pitroipa herauszuheben, die sich sehr aktiv ins Spiel einbringen. Auch Kapitän David Jarolim und der laufstarke Ivica Olic wussten zu begeistern.
Hamburgs größte Stärke sind aber nicht die Einzelspieler, sondern die Art und Weise, wie diese harmonieren. Martin Jol hat es geschafft, seinem Team ein Spielkonzept zu verinnerlichen, mit dem sich seine Auswahl sicher auf dem Platz bewegt. Auch Probleme in der Abwehr wurden spielerisch gelöst und die Zuspiele in den Laufweg des Stürmers brachten Manchester gewaltig unter Druck.
In der ersten Halbzeit konnte man zwei gute Mannschaften beobachten, der HSV konnte diese Klasse öfter zeigen.
Nach dem Spiel
Der Eindruck der ersten Halbzeit bestätigte sich. Hamburg agierte souverän und ruhig, nutzte aber nur wenige Chancen. Dennoch steht es am Ende 3:1 nach einem Elfmeter von Trochowski und einem Joker-Tor Guerreros.
Ich will an dieser Stelle gar nicht zu viele Worte verlieren, denn wie bereits erwähnt treffen viele Beobachtungen der ersten Spielhälfte auch auf die zweite zu (und für alle Fälle gibt es ja immerhin noch vollständige Spielberichte beim kicker und bei spox), eines muss aber noch angemerkt werden: Der HSV ähnelte in gewissen Belangen dem FC Barcelona des gestrigen Abends. Unaufgeregtes, aber dennoch nicht leidenschaftsloses Offensivspiel mit präzisen Pässen und viel Übersicht. Nur beim Tempo waren die Katalanen eine Kategorie höher anzusiedeln.
[Nachtrag: Die Begründung für meine Ernennung des HSV zur 10.-besten Mannschaft Europas bei probeks Europäischem Fußball-Radar konnte man heute übrigens 90 Minuten lang verfolgen...]
Tags: Craig Bellamy, Daniel Sturridge, David Jarolim, Dennis Aogo, FC Barcelona, Hamburger SV, HSV, Ivica Olic, Jonathan Pitroipa, kicker, Manchester City, ManCity, Marcell Jansen, Martin Jol, Paulo Guerrero, Piotr Trochowski, Robinho, Shay Given, spox, Stephen Ireland, UEFA Cup, UEFA-Pokal



10. April 2009 um 21:41
Bliebe nurnoch die Frage, wieso Du den FC Bayern zur viertbesten Mannschaft Europas ernannt hast.
11. April 2009 um 06:31
Das ist im Nachhinein natürlich auch fraglich, aber meines Wissens haben das einige andere auch noch so ähnlich gemacht