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Null Acht startet Fußball-Filmreihe

18. September 2009

Diego Maradona – ein fußballerisches Genie und eine polarisierende Persönlichkeit. Dank der «Hand Gottes» vielleicht sogar ein Phänomen der Pop-Kultur?

In seinem Film «Maradona by Kusturica» arbeitet sich der Regisseur Emir Kusturica an dem argentinischen Phänomen ab. Entstanden ist eine 90-minütige Dokumentation, die unter anderem bei den Filmfestspielen in Cannes 2008 gezeigt wurde.

Seine Österreich-Premiere (und das ist der eigentliche Grund für diese Meldung) feiert «Maradona by Kusturica» am 6. Oktober 2009 in Wien als Debüt-Film der Filmreihe von «Null Acht», dem selbst ernannten Magazin für Rasenpflege.

Was? «Maradona by Kusturica». Ein 90-minütiges Denkmal für Diego Maradona, Auftakt der Filmreihe «Im Flutlicht» von «Null Acht».
Wann? Dienstag, 06.10.2009. 20:30. Achtung, Änderung: 20 Uhr.
Wo? Schikaneder, Margaretenstraße 24, A-1040 Wien
Wie teuer? 5€.

Mehr Informationen (und eine Pressemappe) gibt es auf der Webseite von Null Acht.

[Disclaimer: Ich schreibe gelegentlich für «Null Acht», allerdings bislang ohne Bezahlung. Das Magazin hat meiner Meinung nach Unterstützung jeder Art vollkommen verdient.]

Diego Maradona lässt Argentinien im Stich

15. September 2009

Am Sonntag verließ Diego Maradona heimlich Argentinien, um sich in ein italienisches Fitness-Hotel abzusetzen. Er müsse Pfunde loswerden, so der offizielle Kommentar. Drei Wochen vor dem entscheidenden Spiel um die Qualifikation zur WM 2010 hält nun Carlos Bilardo, ehemaliger argentinischer Nationaltrainer und zuletzt Maradonas Berater, das Ruder in der Hand.

Es klingt nach einer typischen Geschichte um Diego Armando Maradona, sie reiht sich nahtlos ein in die verschiedenen kleinen Erzählungen um sein Leben: Seine Verehrung für Che Guevara und Fidel Castro, seine «Hand Gottes», seine Drogensucht, seine verzweifelt wirkenden Entzugs-Versuche, seine Ich-Bezogenheit («El Diez»). Aber, so scheint es, Maradona hat erkannt, dass er zwar ein unglaublicher Spieler war, aber auf anderen Bereichen versagt. Einer dieser anderen Bereiche ist die Trainerbank.

Als Maradona im Oktober 2008 die «Albiceleste» übernahm, stach vor allem ein Name in seinem Trainerstab hervor: Carlos Bilardo, der als Trainer Argentinien 1986 zum Weltmeister und 1990 zum Vize-Weltmeister machte. Der 70-Jährige galt lange als Favorit für den Posten des Nationaltrainers, doch dann kam Maradona und reklamierte den Posten für sich. Bilardo trat ins zweite Glied zurück, jetzt hält er erneut die Fäden in der Hand.

Demontiert sich Maradona selbst oder hat der argentinische Fußballverband mit leichtem Druck dafür gesorgt, dass die ewige Nummer Zehn die Reißleine zieht? Angeblich wusste Verbandspräsident Julio Grondona nichts von der übereilten Abreise Maradonas, doch angesichts der Situation in Argentiniens WM-Qualifikationsgruppe dürfte er alles andere als unglücklich sein, den Trainer-Novizen Maradona vorerst nicht mehr ertragen zu müssen.
Zwei Spiele (zuhause gegen Peru, auswärts gegen Uruguay) stehen dort noch aus; mit der aktuellen Platzierung (Rang 5) würde ein Relegationsspiel gegen eine Mannschaft aus dem Fußballverband Nord- und Mittelamerikas über die WM-Teilnahme entscheiden. Eigentlich eine lösbare Aufgabe für die Elf um den amtierenden UEFA-Champions-League-Torschützenkönig Lionel Messi, doch möglicherweise könnte Argentinien schon vorher scheitern: Kolumbien, Venezuela und Uruguay könnten die Argentinier überholen und damit aus dem Rennen werfen. Eine Schmach für die stolze Fußballnation!

Carlos Bilardo soll nun die Kohlen aus dem Feuer holen. «Wenn es zwei Trainer gibt, verwirrt das die Spieler», sagte der ergebnisorientierte Taktik-Fanatiker gegenüber der argentinischen Presse. Es blieb offen, ob er damit ausdrücken wollte, dass er bereits in der Vergangenheit de facto der zweite Nationaltrainer neben Maradona gewesen sein soll, oder ob er es ablehnt, dass Maradona zurückkehrt und Argentinien erneut übernimmt.
Bilardo, den mit dem Entdecker Maradonas, César Luis Menotti, eine herzliche Abneigung verbindet, ist einer der knallharten argentinischen Trainer, die sich auch durch ungewöhnliche Aktionen den Respekt ihrer Spieler verschaffen wollen. «El Loco», wie der promovierte Mediziner auch genannt wird, also «der Verrückte» weckte teilweise nachts seine Spieler auf, um sie abzufragen, welchen Gegenspieler sie in der nächsten Partie zu decken hätten. Nicht zuletzt durch den Triumph bei der WM 1986 machte er sich in Argentinien selbst zur Legende. Seine Verpflichtung als Co-Trainer Diego Maradonas ging auf den argentinischen Fußballverband zurück, der neben dem Neuling einen etablierten Kopf haben wollte. Selbst Maradona bekannte in Interviews, dass Bilardo geholt worden sei, für den Fall, dass er selbst versage. Dieser Fall scheint nun eingetreten zu sein. Manche gehen davon aus, dass er nicht zurückkehrt.

Sportschau – Au weia!

22. August 2009

Ich habe heute zum ersten Mal in dieser Saison Bundesliga-Fußball im Fernsehen gesehen. In der Sportschau. Und ich frage mich ernsthaft, ob das tatsächlich das Schlachtross des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist.

Was gab es zu sehen? Eine Aneinanderreihung von Torchancen, von Torjubeln, schnell geschnittene Blicke in den Fan-Block und auf die Trainerbank. Ist das seriöser Sportjournalismus? Ist das der Anspruch der ARD? Jubelnde Menschen, grantelnde Menschen? Und ab und zu mal ein Satz über die schlechte Schiedsrichterleistung?

Als heute der letzte «Spielbericht» gesendet war, machte sich bei mir Ernüchterung breit. Das war also die Sportschau. So langsam wurde mir klar, warum Fußballinteressierte für «Sky» Geld auf den Tisch legen. Denn: Wenn man das Spiel live sieht, dann hat man wenigstens die Chance, einen Überblick über die Partie zu gewinnen, ganz im Gegensatz zur Sportschau.

Warum bringt es die Sportschau nicht fertig, eine Szene länger laufen zu lassen? Ich rede hier nicht von Toren und Großchancen, sondern von einem sauber vorgetragenen Angriff, also einer Szene, wo die Stärken und Schwächen der beiden Mannschaften deutlich werden. Ich will sehen, wie eine Defensive arbeitet, ich will einen Überblick haben.
Und warum verkürzt die Sportschau den Aspekt Taktik auf Auswechselungen und «Nach der Pause wurde es besser»?

Ist es zu viel verlangt, wenn ich am Samstagabend in der ARD gute Sport-Berichterstattung sehen will?

Der Fußball-Podcast zum Bundesliga-Auftakt

9. August 2009

Vor zwei Wochen gab es den ersten echten Testlauf eines von deutschen Fußball-Bloggern produzierten Podcast, zu viert traf man (u.a. auch ich) sich in einer Münchener Küche und redete über das Geschehen auf und rund um den Rasen (siehe auch mein Artikel damals).

Am vergangenen Donnerstag folgte die erste «offizielle» Folge, diesmal ohne mich (im Gegensatz zu Kai, Ben und Alex wohne ich nicht in München bzw. im Münchener Umland), aber mit Kai Pahl von allesaussersport als vierten Mann im Boot; außerdem wird heinzkamke von angedacht per Skype zugeschaltet.

Im Gegensatz zu der «Sendung» von vor zwei Wochen wird diesmal eine Veröffentlichung und Verbreitung ausdrücklich gewünscht, wozu ich an dieser Stelle auch beitragen möchte. Einen Mitschnitt der 96 Minuten (qualitativ hochwertigen – soweit ich das beurteilen kann, ich habe derzeit ungefähr 60% angehört) Fußball-Talk findet sich bei drop.io. Mehr Informationen, vor allem zum Inhalt, gibt es drüben bei probek.