Zwei Jahre auf Bewährung und Stadionverbot – so lautet das Urteil gegen William Walls, einen 20-jährigen Anhänger der Glasgow Rangers. Am 9. November 2008 war er bei der Partie gegen Kilmarnock im Stadion und hatte auf den Rängen den «Famine song», einen umstrittenen Fan-Gesang, angestimmt.
Der «Famine song» ist vor allem in der Anhängerschaft der Glasgow Rangers verbreitet und richtet sich gegen den Lokalrivalen FC Celtic, dessen Vereinsgeschichte sich auf irische Gründerväter beruft. Inhaltlich geht es um die irische Hungersnot in den 1840er Jahren (vgl. Wikipedia, auch «Great Famine» genannt), während der die Einwohnerzahl Irlands von etwa 8 Millionen auf ca. 5 Millionen fiel.
Der Refrain wird von den Rangers-Fans auf folgende Zeilen abgeändert:
The famine’s over now / Why don’t you go home
[Die Hungersnot ist vorüber / Warum geht ihr nicht heim?]
In den Strophen werden anti-irische Klischees miteinander verknüpft, außerdem werden explizit Aiden McGeady (ein Celtic-Spieler) und Jim Torbett (ein Celtic-Trainer, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde) beschimpft.
Sowohl die Scottish Premier League als auch der FC Celtic und die Glasgow Rangers haben das Singen des «Famine Songs» verurteilt. Lex Gold, der Präsident der schottischen Liga, bezeichnete das Lied als rassistisch:
The verse of the song that has featured hugely is racist, it’s not sectarian as such, it’s racist.
Kenny Scott, bei den Glasgow Rangers für die Stadionsicherheit zuständig, machte deutlich, dass das Singen ernsthafte Konsequenzen zur Folge hätte.
Following discussions with Strathclyde Police, it was made clear to the club that there was the potential for supporters singing this song to be arrested at last night’s match.
William Walls bekam nun vorerst ein Schottland-weites Stadionverbot auferlegt und gilt aufgrund der zweijährigen Bewährungsfrist als vorbestraft. Richter Les Brown begründete sein Urteil mit den rassistischen und religiösen Vorurteilen, die der «Famine Song» schüre:
We will prosecute in court all offences which are aggravated by racial or religious prejudice.
John Nielson von der Strathclyde Police erklärte gegenüber der BBC:
We work closely with football clubs to eradicate any racist and/or sectarian behaviour in football – it will not be tolerated.
Where any singing, chanting or other behaviour is perceived as being racist or sectarian in nature, we will take positive action.
Over recent years, Strathclyde Police has made a significant number of arrests for sectarianism and racist behaviour at football matches and will continue to do so.