28. März 2009
Liechtenstein und Wales sind die nächsten Gegner für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM 2010.
Zunächst spielt man am heutigen Samstag in Leipzig gegen Liechtenstein, am Mittwoch erwartet die walisische Auswahl den Vize-Europameister in Cardiff. Ohne Neulinge, aber dafür mit einigen angeschlagenen Spielern geht Bundestrainer Joachim Löw den beiden Partien entgegen.
Vor allem Miroslav Klose, der wegen eines Sehnenrisses verletzt ausfällt, fehlt der deutschen Elf. René Adler ist zwar zum Treffen der Nationalspieler gereist, wird aber aller Voraussicht nach nicht spielen können. Auch Arne Friedrich und Torsten Frings stehen nicht zur Verfügung.
Die Frage nach dem Sieger des Spiels stellt sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, Deutschland ist der haushohe Favorit. Zwar wird Liechtenstein mit läuferischem und kämpferischem Aufwand versuchen, möglichst lange ein Unentschieden zu halten und vielleicht den ein oder anderen Konter zu setzen, aber das qualitativ bessere Spiel werden sicherlich die Deutschen betreiben.
Spätestens ab der 70. Minute wird die DFB-Auswahl die Liechtensteiner nach Belieben dominieren, denn maximal bis dahin reicht die Kondition beim Gegner.
Ich gehe von folgender Aufstellung aus:
- Tor: Robert Enke. Adler fällt aus und Tim Wiese ist ohnehin nur Ersatz.
- Abwehr: Philipp Lahm, Per Mertesacker, Serdar Tasci, Andreas Hinkel. Heiko Westermann ist ein weiterer Kandidat für die erste Elf. Andreas Beck und Marcel Schäfer werden eventuell eingewechselt, wenn ein ungefährdeter Sieg bevorsteht.
- Mittelfeld: Marcell Jansen, Michael Ballack, Simon Rolfes, Bastian Schweinsteiger. Ich vermute, der in Hamburg langsam aufblühende Jansen wird seine Chance erhalten (Randbemerkung: erst beim HSV wurde bei ihm eine Laktose- und Getreideallergie festgestellt, die ihn während seiner Zeit beim FC Bayern natürlich extrem schwächte – Klinsmanns Trainerstab war also entweder ungenau oder verließ sich auf alte Hitzfeld-Daten). Thomas Hitzlsperger wird eingewechselt werden, um Ballack oder Rolfes zu schonen. Piotr Trochowski und Marko Marin bekommen vielleicht eine Chance als Einwechselspieler.
- Sturm: Mario Gomez, Lukas Podolski. Die Entscheidung für Gomez sehe ich als relativ eindeutig, er ist der beste Stürmer des Kaders, er agiert sowohl als Strafraumspieler als auch aus dem Mittelfeld kommend ausgezeichnet. In der Nationalmannschaft konnte er seine Qualität noch nicht wirklich beweisen, aber Löw wird an ihm festhalten und ihm hier und heute eine weitere Möglichkeit geben. Warum Podolski und nicht Helmes oder Kießling? Podolski kommt aus dem Spiel und geht mit Zug in den Strafraum. Einen solchen Spieler braucht es gegen eine liechtensteinische Abwehr, die versuchen wird, alle Deutschen möglichst konsequent in die Manndeckung zu nehmen. Podolskis Antritte werden Räume und damit Chancen schaffen. Möglicherweise wird Patrick Helmes eingewechselt, Stefan Kießling wird wahrscheinlich pausieren – er musste unter der Woche eine Trainingseinheit abbrechen, ich rechne bei ihm mit einem Einsatz gegen Wales.
- Zusammengefasst: Enke – Lahm, Mertesacker, Tasci, Hinkel – Jansen, Ballack, Rolfes, Schweinsteiger – Gomez, Podolski
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11. Februar 2009
Ein kurzes Pausenfazit
Deutschland spielt relativ gut, die Pfiffe zur Halbzeit sind unberechtigt. Aber: Noch hat die DFB-Auswahl kein Mittel gefunden, um die norwegische Defensive effektiv zu knacken.
Das Mittelfeld spielt sehr strukturiert nach vorne, öffnende Pässe und das so viel zitierte vertikale Spiel sind gut zu sehen. Aber gegen zwei norwegische Fünferketten kommt man naturgemäß kaum zu Chancen. Es gibt zwei Problemfelder im Offensivspiel:
- Bei vielen Pässen fehlt die Präzision, viele gute deutsche Angriffe werden abgefangen. Allerdings ist hier auch positiv das Tempo des deutschen Mittelfeldes anzumerken, das in einer ziemlich guten Geschwindigkeit Bälle weiterverarbeitet.
- Es kommen zu wenig Flanken auf Gomez und Klose. Beide spielen angesichts dieser Verhältnisse gut, haben keine Großchancen ausgelassen. Gomez hat nach einer harmlos scheinenden Situation zu Beginn der Partie auch einen sehr gefährlichen Schuss abgefeuert.
Das deutsche Defensivspiel fällt dagegen zurück. Ich sehe den Fehler vor allem im defensiven Mittelfeld, Torsten Frings antizipiert nur wenige Bälle, geht außerdem zu oft in den Angriff und weiß sich meistens nur durch ein Foul zu helfen. Thomas Hitzlsperger oder Simon Rolfes sollten in meinen Augen zur Halbzeit eingewechselt werden.
Mit den schnellen norwegischen Kontern tut sich die deutsche Deckung schwer, die Angriffe werden wie gesagt nicht früh genug unterbunden.
Andreas Hinkel, der zur Halbzeit das Feld für Andreas Beck räumen wird, hat gut gespielt, er war nach hinten souverän und war auch ins Offensivspiel eingebunden. Auch Michael Ballack präsentierte sich gut, auch wenn er in seinen Pässen öfters die Präzision vermissen ließ.
Wie bereits angesprochen war Torsten Frings eine der Schwächen des deutschen Spiels, auch Bastian Schweinsteiger hätte zielstrebiger in seinen Aktionen sein können.
Die Pfiffe des Publikums zur Halbzeit halte ich aber für übertrieben, vor allem das gut strukturierte deutsche Angriffsspiel wusste zu gefallen. Die DFB-Elf zeigte Übersicht, die Norweger verteidigten jedoch mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und verlegten sich aufs Kontern.
Nach dem Spiel
In der zweiten Halbzeit sah man die Fehler der ersten 45 Minuten in ausgeprägterer Form: Schlechtes Defensivverhalten, gute Angriffe, die aber zu selten abgeschlossen werden.
Insofern ist auch das Ergebnis, ein 0:1 für Norwegen, vollkommen in Ordnung. Die Skandinavier verfolgten ein klares Konzept und setzten dies auch um: Hinten solide stehen, vorne schnell kontern.
Bei Deutschland hatte man auch ein Konzept zu bieten – Stichwort vertikales Spiel -, setzte dies aber nicht konsequent um. Es mangelte an Zielstrebigkeit und Präzision, nach dem Rückstand gab man sich selbst auf.
Der Einschätzung, dass das deutsche Spiel schlecht war, folge ich nicht. Es mangelte an einigen entscheidenden Punkten, aber die wichtigen Ansätze waren relativ lange klar erkennbar.
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12. Dezember 2008
Einige kurze Meldungen, die allesamt keinen eigenen Artikel verdienen…
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24. November 2008
Dass Lukas Podolski und die Funktionäre des FC Bayern München nicht unbedingt immer einer Meinung sind, ist ein offenes Geheimnis. Nun stellt sich der «gefühlte Kölner» im Gespräch mit der Bild-Zeitung vollkommen gegen seine Vorgesetzten (via 11Freunde).
Vor einigen Tagen hatte Uli Hoeneß öffentlich erklärt, der FC Bayern werde – mit Ausnahme des US-Amerikaners Landon Donovan, der kurzfristig ausgeliehen wird – in der Winterpause keine personellen Änderungen vornehmen. Die Spekulationen um Andrej Arshavin waren damit ebenso beendet wie die um Lukas Podolski. Doch dieser schießt nun öffentlich quer: «Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich den Verein im Winter verlassen möchte», sagte er der Bild-Zeitung. Neben der alten Liebe 1. FC Köln soll auch Borussia Dortmund interessiert gewesen sein.
Doch nicht nur der in München notorisch unzufriedene Podolski ist ein Argument gegen Hoeneß’ Aussage, auch Bastian Schweinsteiger könnte schon im Winter gehen. Denn: Der Verein des Mittelfeldspielers läuft im Sommer aus, neben Real Madrid sind auch der AC Mailand und Juventus Turin interessiert. Konsequenz: Wenn Schweinsteiger noch Geld auf das Festgeldkonto der Bayern spülen soll, dann muss er im Winter gehen; die einzige Alternative wäre ein längerfristiger Vertrag beim FC Bayern, der angesichts Schweinsteigers hervorragender Verhandlungssituation wohl extrem kostspielig werden wird (der kicker spekuliert, dass Schweinsteigers Gehalt wohl verdoppelt werden müsste, im Moment verdient er 3 Millionen Euro jährlich).
Die Gefahr für Hoeneß ist dabei durchaus reell: Juventus Turin sucht einen Nachfolger für Pavel Nedved, der 36-jährige Tscheche wird seine Karriere aller Voraussicht nach im Sommer beenden, bis dahin soll ein Nachfolger gefunden und «eingeschult» sein. Laut Informationen von «La Gazetta dello Sport» hat Juventus bereits einen Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von jährlich 3,5 Millionen Euro vorbereitet, den man Schweinsteiger anzubieten gedenke, wenn dieser im Winter seinen Vertrag nicht verlängert.
Auch Real Madrid zeigte zuletzt lebhaftes Interesse an dem 24-jährigen deutschen Nationalspieler. Laut kicker-Informationen soll Miguel Angel Portugal, der Technische Direktor der Madrilenen, in Bälde nach München kommen, um mit Verein und/oder Spieler über einen Transfer zu reden. Schweinsteiger hatte einen Wechsel ins Ausland stets als «reizvoll» bezeichnet.
Meine Prognose: Wenn Köln genug Geld auf den Tisch legt, wird man Podolski herauskaufen können. Bei Schweinsteiger hat Juventus Turin meiner Meinung nach im Moment die besten Karten – ob sie allerdings einen Wechsel im Winter forcieren, kann ich nicht einschätzen und würde ich eher bezweifeln.
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