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Jan Vennegor of Hesselink ist auf dem Markt

3. Juli 2009

30 Jahre, Champions-League-Erfahrung, mehrfacher niederländischer und schottischer Meister und Pokalsieger, für längere Zeit Teil der «Elftal» – und vereinslos. Jan Vennegor of Hesselinks Vertrag beim FC Celtic wurde (ebenso wie der von seinem Mittelfeldkollegen Paul Hartley) nach BBC-Informationen vom neuen Trainer Tony Mowbray nicht verlängert. Drei Jahre lang spielte der Niederländer für die «Bhoys» aus Glasgow, jetzt sucht er nach einem neuen Verein. Gerüchten zufolge sollen sein Ex-Verein PSV Eindhoven sowie Twente Enschede und AE Larisa aus Griechenland interessiert sein. Hesselink bekräftigte im April, dass er jederzeit gerne wieder für Eindhoven spielen würde.

Klingt nach einem klaren Wechsel zurück zum PSV – aber daran glaube ich noch nicht. Wenn man sich Hesselinks Spielweise ansieht, dann stellt man fest, dass seine enormer Kopfballstärke und sein direkter Zug zum Tor auch einigen Bundesligisten gefallen könnte. Die folgenden Aussagen sind Einschätzungen von mir, ich habe keine Ahnung, inwiefern das in den Vereinen tatsächlich diskutiert wird oder wie die Gerüchteküche brodelt.

  • Werder Bremen. Wenn Claudio Pizzaro tatsächlich gehen muss, wäre Hesselink ein Ersatz für ihn. Ein guter Schuss und vor allem sein Raumverständnis, durch das er der perfekte Abnehmer von Flanken (etwa durch Özil und Marin) ist, würden ihn ziemlich schnell in Werders erste Elf katapultieren.
  • HSV. Die Mannschaft von Bruno Labbadia hat das Problem, nur über zwei gute Stürmer, nämlich Mladen Petric und Paulo Guerrero, zu verfügen. Hier muss mit Sicherheit nachgekauft werden! Angeblich ist der HSV an Eljero Elia dran, der aber eher auf den Flügeln agiert, als weitere Kandidaten gelten Marko Pantelic und Mario Mandzukic, die beide als Stoßstürmer spielen könnten. Aber: All diese Spieler sind vertraglich gebunden, man müsste Ablöse zahlen.
  • FC Schalke 04. Den «Knappen» fehlt ein wirklich durchschlagskräftiger Angreifer; Kevin Kuranyi ist der einzige Mittelstürmer, Halil Altintop und Jefferson Farfán sind eher auf den Außenpositionen zu finden. Wie Felix Magath dieses Problem zu lösen gedenkt, ist unbekannt – aber gerade angesichts der Wechselgerüchte um Altintop halte ich es für unwahrscheinlich, dass er die Hände in den Schoß legt und sich nicht um eine Neuverpflichtung kümmert.
  • VfB Stuttgart. Es mag seltsam klingen, aber Jan Vennegor of Hesselink spielt so ähnlich wie Mario Gomez, beide haben den «Torriecher» und sind stark in der Luft. Zwar ist Hesselink mehr Ballverwerter als Ballverteiler, dies könnte aber durch ein starkes Mittelfeld oder gute Flügelspieler kompensiert werden.

Transfers in der Premier League

31. Dezember 2008

BBC Sport bietet online einen Überblick über alle Premier-League-Vereine und ihre geplanten und vermuteten Spielertransfers in der Winterpause. Wer sich für den englischen Fußball interessiert, der sollte diesen (zugegebenermaßen etwas längeren Artikel) unbedingt lesen.

Im Überblick:

  1. FC Liverpool: Die Reds versuchen gerade, ein neues Stadion finanziell zu stemmen, weswegen Geld für Einkäufe wohl nur nach Verkäufen vorhanden wäre – außerdem ist Rafael Benitez dafür bekannt, den Kader lieber im Sommer zu verstärken. Mögliche Baustellen sind die Verteidigung, ein abschlussstarker Mittelstürmer und der rechte Flügel. Über Emile Heskey (Wigan) wird viel spekuliert, die BBC wiegelt aber eher ab. Ein Außenseitertipp für die rechte Verteidigung wäre Glen Johnson (Portsmouth), nachdem Philipp Degen dort nicht in Form kommt. Auch bezüglich Aaron Lennon (Tottenham) läuft die Gerüchteküche heiß, er könnte kommen, wenn Jermaine Pennant oder Yossi Benayoun gehen und Liverpool noch Geld drauflegt. In den Augen von BBC-Reporter Mike Hughes wäre aber Alex Witsel (Standard Liege) ein noch besserer Deal als Lennon.
  2. FC Chelsea: Eigentlich wollte Chelsea auf dem Transfermarkt nicht sonderlich aktiv werden, Luiz Felipe Scolari fordert aber einen Stürmer und einen Verteidiger. Tuncay (Middlesborough) und Amr Zaki (Wigan) gelten ebenso als Kandidaten wie Andrei Arshavin (Zenit St. Petersburg), die BBC bringt auch Michael Owen (Newcastle) ins Spiel.
  3. Manchester United: Sir Alex Ferguson hat bereits angekündigt, im Winter nicht aktiv werden zu wollen. Zwar fällt Owen Hargreaves lange aus, aber ManUtd ist auf dieser Position gut besetzt und muss nicht nachkaufen. Falls Ersatztorwart Ben Foster geht, wäre hier ein Nachfolger nötig, ich gehe aber auch hier von einer vereinsinternen Lösung aus, zumal die Nummer Drei, Tomasz Kuszczak, auch kein schlechter Mann ist und man eine neue Nummer Drei problemlos aus der eigenen Jugend rekrutieren und als langfrisitigen Nachfolger für Edwin van der Saar aufbauen könnte. Daneben gibt es noch das Dauerthema Carlos Tevez, der von West Ham United nur ausgeliehen ist – die Red Devils wollen ihn schon seit längerem dauerhaft verpflichten.
  4. Aston Villa: Für 10-15 Millionen Pfund werden ein kopfballstarker Stürmer und eventuell ein Ersatz für Ashley Young, der von Real Madrid umworben wird. Jermain Defoe (Portsmouth), Darren Bent (Tottenham) und Kevin Doyle (FC Reading) gelten als mögliche Neuzugänge.
  5. FC Arsenal: Für 20-30 Millionen Pfund kann Arsène Wenger einkaufen, die BBC hat vor allem einen Mangel an Führungsfiguren entdeckt und Schwächen in zentralem Mittelfeld und Verteidigung erkannt. Mögliche Kandidaten: Xabi Alonso (Liverpool), Yaya Touré (Barcelona), aber auch Andrei Arshavin (Zenit St. Petersburg). Für die Abwehr Philippe Mexes (AS Rom) oder Giorgio Chiellini (Juventus Turin, der 24-Jährige gilt als neuer Abwehrchef der italienischen Nationalmannschaft).
  6. FC Everton: Die Toffees haben kein Geld und brauchen dringend einen Stürmer. Möglicherweise wird Wagner Love (ZSKA Moskau) ausgeliehen oder David Nugent (Portsmouth) geholt.
  7. Wigan Athletic: Wahrscheinlich geht Emile Heskey, dessen Vertrag im Sommer ohnehin ausläuft. Mit seiner Ablöse könnte man einen Ersatz im Sturm finanzieren – und es heißt, dass Heskey eventuell auch gegen den Willen des Trainers verkauft werden könnte, wenn die Summe stimmt… Kevin Doyle (Reading) oder Marko Pantelic (Berlin) kursieren als mögliche Nachfolger von Heskey.
  8. Hull City: Vorne, hinten und im Mittelfeld soll’s Verstärkungen geben, jeweils auf den zentralen Positionen. Möglicherweise binden die Tigers Marlon King und Kamil Zayatte langfristig an den Verein, derzeit sind beide nur ausgeliehen. Hull verfügt mit 5-10 Millionen Pfund über eine für englische Verhältnisse kleine Kriegskasse, eventuell wird sie für den Kauf von Fraizer Campbell (von ManUtd an Tottenham ausgeliehen) geplündert, der Stürmer der englischen U21 war bereits im Sommer im Visier von Hull, ein Gebot über 5 Millionen Pfund scheiterte damals aber.
  9. FC Fulham: Fulham war in der Winterpause in den letzten Jahren immer relativ aktiv. Gesucht werden ein zentraler Mittelfeldspieler und eventuell ein Verteidiger. Kagiso Dikgacoi (Lamontville Golden Arrows, Südafrika) wird kommen, falls er eine Arbeitserlaubnis erhält (scheiterte bereits im Sommer), Benjamin Huggel (FC Basel) und Christophe Berra (Hearts of Midlothian, wird auch von weiteren Premier-League-Klubs umworben) sind die anderen Kandidaten.
  10. West Ham United: Die Hammers sind im Besitz jenes Isländers, der während der Finanzkrise seine Bank verstaatlichen lassen musste, um einen Crash zu verhindern. West Ham ist damit zu einem teuren Anhängsel geworden, Geld für neue Spieler gibt es nicht. Man wird sich wohl vor allem darauf konzentrieren, Spieler teuer zu verkaufen und günstig zu ersetzen. Eine ganze Reihe von Spielern könnte gehen: Craig Bellamy, Matthew Upson, Scott Parker, Lee Bowyer, Luis Boa Morte, Nigel Quashie, Danny Gabbidon, … Je nachdem wer geht, wird es Neuverpflichtungen geben, Sebastian Giovinco (Juventus) gilt als Wunschkandidat von Trainer Gianfranco Zola, andere interessierte Vereine (wie Arsenal oder Sevilla) dürften aber wohl keine Schwierigkeiten haben, West Ham zu überbieten…
  11. Bolton Wanderers: Gesucht werden vor allem ein Innenverteidiger und möglicherweise Ersatz für die Spieler, die Ex-Bolton-Trainer Sam Allardyce zu Blackburn holt. Wie einige andere englische Klubs ist Bolton interessiert an Christophe Berra (Hearts of Midlothian), aber auch Mark Beevers (Sheffield Wednesday) könnte die Defensive verstärken.
  12. FC Portsmouth: 32 Millionen Pfund Schulden schleppt der Klub mit sich herum, dementsprechend sieht auch das Budget für Neuverpflichtungen aus… Vielmehr scheint es nun geboten, den derzeitigen Kader zusammenzuhalten. Mit Lassana Diarra ging bereits ein Leistungsträger, weitere Spieler, die auf dem Sprung sein sollen, sind Peter Crouch und Glen Johnson. Sollten Nwankwo Kanu und Sol Campbell gehen, würde sich vor allem die Abteilung Finanzen freuen: Beide beziehen, gemessen an ihren Leistungen, exorbitante Gehälter. In meinen Augen der wahrscheinlichste Deal: Glen Johnson geht für gutes Geld, im Gegenzug wird der Chelsea-Youngster Jack Cork geholt, von dem Trainer Tony Adams begeistert sein soll. Den Linksverteidiger Nadir Belhadj konnte man erfolgreich an den Verein binden (er war nur ausgeliehen), ansonsten sieht es für Portsmouth trübe aus, ein Fan im Forum der BBC schildert die Lage so: «January is going to be a VERY twitchy month for every Pompey fan. Let’s just hope all the rumours are just that – rumours.» Die Zeiten könnten rosiger sein.
  13. Manchester City: Keine Frage, dank Petro-Dollars aus Dubai kann ManCity im Winter die Einkaufstour fortsetzen bzw. richtig beginnen. Im Sturm, im Mittelfeld und auch auf der linken Abwehrseite rechnet die BBC mit Neuzugängen – ich würde hier aber keinen Bereich ausschließen und befürchte eine wahllos erscheinende Einkaufstour wie sie bei Chelsea vor einigen Jahren zu sehen war, als der Klub zu Geld kam. Es kursiert eine Liste mit über 60 Spielernamen, die ManCity angeblich verpflichten will – zur Erinnerung, beim Fußball stehen nur 11 Spieler auf dem Feld… ;-) Die Scheichs träumen davon, Kaká (AC Mailand), Gianluigi Buffon (Juventus) und Fernando Torres (Liverpool) zu verpflichten, realistischere Kandidaten sind Roque Santa Cruz, Stephen Warnock ( beide Blackburn), Wayne Bridge (Chelsea) oder Craig Bellamy (West Ham).
  14. Newcastle United: Nachdem Mike Ashley den Verein nun vorerst doch nicht verkauft, scheint wieder so etwas wie Ruhe in Newcastle einzukehren. Joe Kinnear will zwei Spieler holen, vor allem auf der linken Defensivseite besteht Bedarf. Man spekuliert über John Arne Riise (AS Rom), Stephen Warnock (Blackburn) und Matthew Upson (West Ham). Skandalnudel Joey Barton und Routinier Nicky Butt könnten verkauft werden.
  15. AFC Sunderland: Rick Sbragia kämpft vor allem gegen die immensen Gehaltskosten, gleichzeitig wurde ihm Geld für neue Spieler versprochen. Kieran Richardson könnte den Verein verlassen, im Gegenzug ist man an Jimmy Bullard (Fulham) und Verteidiger Matthew Upson (West Ham) interessiert. Djibril Cissé, derzeit nur ausgeliehen, könnte dauerhaft geholt werden. Das Top-Talent Fabian Delph (Leeds) wird neben Sunderland auch von Arsenal und ManUtd umworben, auch Leeds selbst will den Spieler halten – Sunderland dürfte keine Chance haben, zumal Delph ein Wunschkandidat des inzwischen zurückgetretenen Trainers Roy Keane war.
  16. Tottenham Hotspur: Gesucht werden neue Spieler für im Prinzip alle Bereiche außer dem zentralen Mittelfeld. Die BBC berichtet von einer ganzen Reihe Spieler, an denen die Spurs dran sein sollen, für wahrscheinliche Kandidaten halte ich Jermain Defoe, Glen Johnson, Niko Kranjcar und Sylvain Distin, die alle bereits in Portsmouth unter Harry Redknapp spielten. Real-Madrid-Coach Juande Ramos soll sich für einige Kicker der Spurs interessieren, namentlich Aaron Lennon, Didier Zokora und David Bentley; auch einige andere Spieler, darunter Kevin Prince-Boateng, sollen auf dem Sprung sein.
  17. FC Middlesbrough: Geld für Neueinkäufe muss bei Boro erst durch Verkäufe erwirtschaftet werden. Im zentralen Mittelfeld ist der Verein etwas dünn besetzt, als Kandidat für eine Verpflichtung gilt der serbische U21-Nationalspieler Nemanja Matic (MFK Kosice), der bereits ein Probetraining absolvierte.
  18. Stoke City: Tony Pulis wird sehr wahrscheinlich nachrüsten, als sehr wahrscheinlicher Kandidat gilt Flügelspieler Joe Ledley (Cardiff), an dem man bereits im Sommer dran war. Möglicherweise wird auch für den Sturm Tommy Smith (Watford, momentan überschuldet) geholt. Priorität genießt aber – auch in den Augen der Fans – Ledley.
  19. Blackburn Rovers: Gesucht werden ein kreativer Mittelfeldspieler, ein Mann für den rechten Flügel und wahrscheinlich Ersatz für Roque Santa Cruz. Es heißt, dass Sam Allardyce vor allem Spieler verpflichten will, mit denen er schon früher zusammengearbeitet hat, konkret wären dies etwa Kevin Davies, Kevin Nolan und El-Hadji Diouf. Das Budget hängt extrem davon ab, wie viel ein Verkauf von Santa Cruz einbringt.
  20. West Bromwich Albion: Präsident Jeremy Peace erklärte bereits öffentlich, Geld für Neuzugänge wäre nicht da. Bei Verstärkungen wird sich West Brom also wahrscheinlich auf Leihverträge konzentrieren, so z.B. Carlos Vela und Jay Simpson (beide Arsenal). Das Problem: In 20 Spielen hat Albion nur 16 Tore erzielt – eigentlich bräuchte man einen Knipser, aber für den ist wohl kein Geld da…

Zwei Jahre auf Bewährung für Stadiongesang

16. Dezember 2008

Zwei Jahre auf Bewährung und Stadionverbot – so lautet das Urteil gegen William Walls, einen 20-jährigen Anhänger der Glasgow Rangers. Am 9. November 2008 war er bei der Partie gegen Kilmarnock im Stadion und hatte auf den Rängen den «Famine song», einen umstrittenen Fan-Gesang, angestimmt.

Der «Famine song» ist vor allem in der Anhängerschaft der Glasgow Rangers verbreitet und richtet sich gegen den Lokalrivalen FC Celtic, dessen Vereinsgeschichte sich auf irische Gründerväter beruft. Inhaltlich geht es um die irische Hungersnot in den 1840er Jahren (vgl. Wikipedia, auch «Great Famine» genannt), während der die Einwohnerzahl Irlands von etwa 8 Millionen auf ca. 5 Millionen fiel.
Der Refrain wird von den Rangers-Fans auf folgende Zeilen abgeändert:

The famine’s over now / Why don’t you go home
[Die Hungersnot ist vorüber / Warum geht ihr nicht heim?]

In den Strophen werden anti-irische Klischees miteinander verknüpft, außerdem werden explizit Aiden McGeady (ein Celtic-Spieler) und Jim Torbett (ein Celtic-Trainer, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde) beschimpft.

Sowohl die Scottish Premier League als auch der FC Celtic und die Glasgow Rangers haben das Singen des «Famine Songs» verurteilt. Lex Gold, der Präsident der schottischen Liga, bezeichnete das Lied als rassistisch:

The verse of the song that has featured hugely is racist, it’s not sectarian as such, it’s racist.

Kenny Scott, bei den Glasgow Rangers für die Stadionsicherheit zuständig, machte deutlich, dass das Singen ernsthafte Konsequenzen zur Folge hätte.

Following discussions with Strathclyde Police, it was made clear to the club that there was the potential for supporters singing this song to be arrested at last night’s match.

William Walls bekam nun vorerst ein Schottland-weites Stadionverbot auferlegt und gilt aufgrund der zweijährigen Bewährungsfrist als vorbestraft. Richter Les Brown begründete sein Urteil mit den rassistischen und religiösen Vorurteilen, die der «Famine Song» schüre:

We will prosecute in court all offences which are aggravated by racial or religious prejudice.

John Nielson von der Strathclyde Police erklärte gegenüber der BBC:

We work closely with football clubs to eradicate any racist and/or sectarian behaviour in football – it will not be tolerated.
Where any singing, chanting or other behaviour is perceived as being racist or sectarian in nature, we will take positive action.
Over recent years, Strathclyde Police has made a significant number of arrests for sectarianism and racist behaviour at football matches and will continue to do so.

Kurznachrichten im Überblick

12. Dezember 2008

Einige kurze Meldungen, die allesamt keinen eigenen Artikel verdienen…

  • Der kicker spekuliert, ob Bernd Schuster eventuell seine Entlassung bei Real Madrid letztes Wochenende provozieren wollte. Im Hinblick auf das Spitzenspiel am kommenden Wochenende hatte der heute entlassene Trainer gesagt, es werde nicht möglich sein, gegen den FC Barcelona zu gewinnen, dafür sei diese Mannschaft zu gut. Der kicker beleuchtet auch die vereinsinternen Probleme von Real Madrid: Nachdem sich Präsident Ramón Calderón bei dem Dauerstreit zwischen Sportdirektor Mijatovic und Trainer Schuster geweigert hatte, für eine Seite Partei zu ergreifen, wurde in den letzten Spielen von den Fans der Rücktritt Calderóns gefordert. Es könnte durchaus möglich sein, dass Calderón Schuster entlassen hat, um die aufgebrachten Fans zu beruhigen und seine eigene Position zu sichern.
  • Nach kicker-Informationen wechselt Ronaldo zu Corinthians São Paulo. Der 32-jährige Stürmer spielte seit 1996 für einige der besten Vereine der Welt (FC Barcelona, Inter Mailand, Real Madrid, AC Mailand), hatte aber nach einem Patellasehnenriss im linken Knie im Februar 2008 (damals im Trikot von Milan) keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Die Reha verlief schleppend, er kämpfte mit dem Übergewicht, sein Vertrag bei den «Rossoneri» wurde nicht verlängert. Immer wieder brachte er sich selbst bei verschiedenen Klubs ins Gespräch, kokettierte etwa mit einem Vertragsangebot des gerade frisch mit Petro-Dollars gestärkten Premier-League-Vereins Manchester City. Der dreimalige «Weltfußballer des Jahre» wird nach Angaben seines Agenten Fabiano Farah den Vertrag mit dem Erstliga-Aufsteiger Corinthians in den kommenden Tagen unterschreiben; «Il Fenomeno» plant also ein Comeback in der brasilianischen Liga
  • Ryan Babel fordert beim FC Liverpool mehr Spielpraxis und will dazu auf Leihbasis zu seinem Ex-Klub Ajax Amsterdam zurückkehren. Die «Reds» verwehrten ihm allerdings diesen Wunsch. Die BBC zitiert Babels Spielerberater Winnie Haatrecht, der erklärt, Babel sitze in Liverpool zu oft auf der Bank und fordert mehr Spielzeit. Babel war im Sommer 2007 für 11,5 Millionen Pfund an die Anfield Road gewechselt, für Trainer Rafael Benitez ist er aber in erster Linie ein Einwechselspieler, vor allem seitdem sich der Verein im vergangenen Sommer mit Albert Riera verstärkt hat.
    Babel gehe es in Liverpool gut, so Haartrecht, jedoch sei er mit den Einsatzzeiten unzufrieden: «Let’s be clear – Ryan feels great at Liverpool, but for him to develop further he needs to get playing time.»
  • Der FC Arsenal fördert eine ganze Reihe von jungen Talenten, indem sie an niederklassige Vereine verliehen werden (die BBC liefert eine Übersicht). Arsene Wenger will Jay Simpson, Gavin Hoyte und Kieran Gibbs durch Leihverträge zu mehr Spielpraxis verhelfen, sie sollen in der «Championship» (der zweiten englischen Liga) für drei oder vier Monate spielen. Zum Problem könnte hier Jack Wilshire werden, der als eines der größten Talente der «Gunners» unbedingt Erfahrungen sammeln soll, aber mit 16 Jahren noch nicht im englischen Profifußball spielen darf (die englischen Ligen erlauben Profi-Verträge erst ab dem 18. Lebensjahr).
    Jay Simpson war bereits in der letzten Saison an den FC Millwall verliehen worden und wurde dort zum «League One player of the year» gekürt (im Moment soll laut Daily Mirror der Premier-League-Aufsteiger West Bromwich Albion daran interessiert sein, Simpson auszuleihen). Kieran Gibbs spielte bereits einige Monate für Norwich City. Gavin Hoyte absolvierte für Arsenal drei Spiele im Carling Cup; es wird gemunkelt, dass sein Profivertrag schon in der Vorbereitung ist.
    Was mich wundert: Wieso versuchen deutsche Zweitligisten nicht, an diesen Talentpool heranzukommen? Momentan kenne ich nur David Hoilett, der von den Blackburn Rovers an den FC St. Pauli ausgeliehen wurde. Warum versucht man nicht, einen Mann wie Simpson nach Deutschland zu lotsen? Im schlechtesten Falle sitzt er auf der Bank, im besten Fall belebt er das Team…
  • Bastian Schweinsteiger bleibt beim FC Bayern München, schlägt also Vertragsangebote von Inter Mailand, Real Madrid und Juventus Turin aus. Kai Pahl spekuliert bei twitter: Dienten die ganzen Gerüchte um den Wechsel von Ivica Olic nach München nur dazu, den Preis für Schweinsteiger zu drücken? Hört sich nicht unbedingt blöd an… Schweinsteiger hat einen 3-Jahres-Vertrag bis 2012 unterschrieben, der kicker bleibt bei seiner These, dass man an der Säbener Straße wohl etwa doppelt so viel wie bisher für Schweinsteiger zahlen muss, das wären etwa 3 Millionen Euro jährlich.
  • Beim Kollegen Breitnigge werden eventuelle Bayern-Transfers diskutiert. Neu auf der Liste: Yoann Gourcuff. Stammverein AC Mailand (Vertrag bis 2012), im Moment an Girondins Bordeaux ausgeliehen (Kaufoption bis April 2009: 15 Millionen Euro), französischer Nationalspieler, Kumpel von Ribéry, 22 Jahre jung. In den Kommentaren sagt man ihm Ähnlichkeit zu Schweinsteiger nach, nur mit mehr Tempo und besseren Dribblings.
  • In den Breitnigge-Kommentaren wird auch Stephane Sessegnon als mögliche Neuverpflichtung gehandelt. Er soll Ribéry ähneln, auch hier wurden mehrfach Talentscouts auf der Tribüne gesichtet. Nachdem sein Verein Paris Saint-Germain zuletzt eher erfolglos blieb, könnte hier auch ein Transfer billiger sein als bei Gourcuff.
  • Für den Angriff soll auch (wieder sind hier die Referenz die Breitnigge-Kommentatoren) Mario Mandzukic im Gespräch sein, ein schneller und flexibler Kroate, der für etwas mehr als 10 Millionen an die Isar wechseln könnte. Mandzukic ist kein Strafraumstürmer, sondern steht gerne etwas tiefer im Feld, gilt als Konterspieler. Als Problem gilt hier sein Verein: Roter Stern Belgrad ist für Härte bei den Verhandlungen bekannt und unter zehn Millionen Euro wird wohl kein Transfer über die Bühne gehen.
  • Rückschlag für den FC Bayern: Laut kicker-Informationen wird Anatoliy Tymoshchuk wohl eher nicht an die Säbener Straße wechseln. Der 29-jährige defensive Mittelfeldspieler besitzt bei Zenit St. Petersburg einen hoch dotierten Vertrag mit zahlreichen Sonderklauseln, auf die er in München wohl verzichten möchte. Meine Prognose: Die Bayern suchen sich einen etwas jüngeren Mann, vielleicht einmal wieder einer von den britischen Inseln oder aus Frankreich?
  • Noch eine Anmerkung zum Wechsel von Timo Hildebrand zur TSG Hoffenheim: Ralf Rangnick hatte seinerzeit Hildebrand beim VfB Stuttgart zu den Profis geholt und bezeichnete ihn als den «fußballerisch besten» deutschen Torhüter.
  • Schalke 04 scheint im Moment die Angst zu packen, junge Talente zu früh ziehen zu lassen: Der Vertrag mit dem Innenverteidiger Benedikt Höwedes wurde laut kicker bis 2014 verlängert. In der Vergangenheit hatten z.B. Mesut Özil (Werder Bremen) und Alexander Baumjohann (Borussia Mönchengladbach) Gelsenkirchen verlassen und sich bei ihren neuen Klubs prächtig entwickelt. Höwedes ist derzeit U21-Nationalspieler und absolvierte bislang 16 Bundesliga-Spiele im Trikot der Königsblauen.
  • Übrigens: Ex-Österreich-Coach Josef Hickersberger geht zu Al Wahda (Dubai). Was viele nicht wissen dürften: Hickersberger geisterte schon sehr früh, von 1995 bis 2002, als Trainer durch die arabische Fußballwelt.
  • Sergej Barbarez, von 2000 bis 2006 beim HSV aktiv, kandidiert laut BILD-Informationen für den Aufsichtsrat der Hamburger. Parallel macht er in Bosnien seinen Trainerschein.
  • Nach einem Kreuzbandriss im rechten Knie fällt Gennaro Gattuso wohl bis zum Ende der Saison aus. Der defensive Mittelfeldspieler des AC Mailand hatte sich die Verletzung im Spiel gegen Catania ohne gegnerische Einwirkung zugezogen.
  • Bernd Schuster wird schon kurz nach seiner Entlassung wieder als Kandidat für neue Vereine gehandelt. Nachdem ZSKA-Moskau-Coach Valery Gazzaev seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt hatte, gelten laut der russischen Zeitung Moskowski Komsomolez Fatih Terim, Roberto Mancini und Schuster als die aussichtsreichsten Anwärter.
  • Wo wir schon bei Real Madrid sind: Der neue Trainer Juande Ramos plant einige Talente seines Ex-Klubs Tottenham Hotspur nach Spanien zu lotsen. Laut Daily Mirror erklärte Tottenham-Vorstand Daniel Levy, Ramos’ Wunschkandidat Aaron Lennon könne für 20 Millionen Pfund nach Madrid wechseln. Der englische Nationalspieler war im Jahr 2006 der jüngste Spieler der Geschichte der Premier League gewesen und hat sich seitdem als feste Größe im Mittelfeld der Spurs etabliert. Der 21-Jährige spielt auf dem rechten Flügel, bevorzugt offensiv.
  • Die Sportredaktion der ARD hat ein interessantes Porträt von Jörn Andersen, Trainer des Zweitliga-Tabellenführers FSV Mainz 05. Dort hatte der Norweger, der vorher nur als Coach von RW Oberhausen und als Co-Trainer bei Borussia Mönchengladbach neben Horst Köppel Erfahrung sammeln konnte, als Nachfolger von Jürgen Klopp enorme Erwartungen zu erfüllen – und entfachte in Mainz mit begeisterndem Offensivspiel eine neue Euphorie. Was sich noch zeigen muss: Hat Andersen auch bei der Transferpolitik Erfolg?
  • Roy Keane hat nach seiner Kündigung in Sunderland seine Trainer-Karriere ausdrücklich nicht für beendet erklärt. Über die «Leagues Managers Association» teilte er der BBC mit:

    I look forward to building on those experiences [Anmerkung: Keane hatte zuvor erklärt, in seiner Zeit bei Sunderland viel über das Trainergeschäft gelernt zu haben] and, sometime in the future, returning to management.

    Es heißt, dass Keane eventuell Trainer bei Celtic Glasgow werden könnte, falls Gordon Strachan dort im Sommer zurücktreten oder vorher von Sunderland abgeworben (siehe unten) werden sollte.

  • Derweil kocht die Gerüchteküche in Sunderland hoch. Als Kandidaten für den frei gewordenen Trainerposten werden laut BBC gehandelt: Sam Allardyce, Phil Brown (im Moment: Hull City), Gordon Strachan (im Moment: Celtic Glasgow), Avram Grant, Martin Jol (im Moment: HSV), Ronald Koeman, Owen Coyle, Ally McGoist (stürmte früher für Sunderland, war als Assistenztrainer bei den Glasgow Rangers), Serse Cosmi, Sunderlands-Hauptinvestor Ellis Short wünscht gerüchteweise einen jungen oder einen international bekannten Trainer, während der Vereinsvorsitzende Niall Quinn angeblich einen Kandidaten aus der Region favorisiert. Ob Ex-Sunderland-Trainer Peter Reid (im Moment Nationaltrainer von Thailand, aber mit einer Ausstiegsklausel für englische Vereine ausgestattet) auch zu den Kandidaten zu zählen ist, ist unklar: Manche Zeitungen bestätigen, andere dementieren dies. Nichts Genaues weiß man nicht.
    Sicher aus dem Rennen sind: das Interims-Gespann Ricky Sbragia und Dwight Yorke, Alan Curbishley, Sven-Göran Eriksson (der als aussichtsreicher Kandidat galt, aber erklärte, er fühle sich als mexikanischer Nationaltrainer sehr wohl), Gerard Houllier (auch er hatte gute Chancen, erklärte aber, er habe kein Interesse), Co Adriaanse (der heißeste Kandidat winkte ebenfalls ab und bleibt bei Red Bull Salzburg). Sbragia selbst schloss ein dauerhaftes Engagement nicht aus und ist auch bei Sunderlands Funktionären gut angesehen, berichtet die Daily Mail. Die Kombination mit Yorke gilt aber als Übergangslösung.
  • Wo wir schon bei Trainerkandidaten sind: Gegenüber Daily Mirror und Daily Star hat West Ham Uniteds Trainer Gianfranco Zola erklärt, seine bisher beste Verpflichtung sei sein Co-Trainer Steve Clarke. Clarke war zuvor gemeinsam mit Henk ten Cate Co-Trainer beim FC Chelsea unter Avram Grant gewesen. Sieht so aus, als würde Clarke demnächst als vollverantwortlicher Trainer arbeiten…
  • Celtic Glasgow wird laut The Sun in den kommenden Tagen das 21-jährige nordirische «Wunderkind» Niall McGinn für eine Ablöse von 200.000 Pfund von Derry City kaufen (wir berichteten ja bereits über den irischen Fußball und die Sonderrolle, die Derry spielt: die Nordiren spielen in der Liga der Republik Irland). Der Flügelspieler ist der zweite Spieler, der in den vergangenen sechs Monaten von Derry zu Celtic wechselte, vor ihm ging schon Paddy McCourt diesen Weg.