Birgit Schönau schreibt nicht nur unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, sondern auch ihr eigenes Blog «operabuffa», wo es um den italienischen Fußball (gelegentlich aber auch um andere Sportarten oder das Land und seine Gesellschaft) geht.
Vor kurzem ist dort ein überaus interessanter Artikel erschienen, der sich mit den Zuständen beim Drittligisten Juventus Stabia befasst. Die «Tifosi» zwangen nach der jüngsten Niederlagenserie die Spieler, all ihre Klamotten abzulegen, weil sie nicht würdig seien, das Trikot des Vereins zu tragen. Und das nicht nur direkt nach dem Spiel, sondern auch gleich beim nächsten Training.
Kurios? Ja. Aber auch ein Beleg für den Anspruch der Ultras, die einzig wahre Instanz in Sachen Verein und Vereinsehre zu sein.
Die Serie A, so hört man immer wieder, sei geprägt von taktischem Verschieben und eher langsam. Ein Defensivbollwerk gegen das andere… Am folgenden Video sind exakt zwei Sachen typisch italienisch:
Blogger-Kumpel Jens Peters ist verdammt schnell – das muss mal gesagt werden. Ich war heute nachmittag auf einen Beitrag der WDR-Sendung «Sport Inside» aufmerksam geworden, die sich damit beschäftigt, dass ehemalige Spieler der italienischen Serie A besonders häufig am so genannten Lou-Gehrig-Syndrom leiden, einer seltenen Nervenkrankheit, die jedoch bei den Profifußballern in Italien sechs Mal häufiger als der Bevölkerungsdurchschnitt auftritt. Prominente Erkrankte sind zum Beispiel Jörg Immendorff oder Stephen Hawking.
Eigentlich hatte ich geplant, dazu einen Artikel zu schreiben. Aber: Jens Peters war schneller. Drüben bei catenaccio hat er recherchiert und interessante Fakten gesammelt. Die Häufung der Fälle bei Fußballern lässt sich übrigens auf zwei mögliche Ursachen zurückführen: Doping – oder giftige Substanzen zur Rasenpflege.
Alle sofort rüber zu catenaccio und den Artikel lesen – es lohnt sich!
Er ist erst 18 Jahre jung, aber trotzdem schon Kapitän der U21 und (das ist Höwedes, danke Heinz) tragende Stütze der Auswahl. Die Rede ist von Toni Kroos.
Im ersten Spiel nach der Entlassung von Dieter Eilts betreute Horst Hrubesch, der etatmäßige U20-Coach, die deutsche U21. Er gilt als Kandidat für den nun frei gewordenen Posten, für den sich auch U19-Trainer Heiko Herrlich bewirbt. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer brachte auch «eine externe Lösung» ins Spiel.
Das Spiel selbst war nicht unbedingt eine Glanzleistung der Deutschen: In der ersten Hälfte war das Spiel der DFB-Auswahl durchsetzt von Fehlern, körperlich und spielerisch war Italien überlegen, zeigte aber zu wenig Zug zum deutschen Tor, um die optischen Vorteile in Ergebnisse umzuwandeln.
Zwar stabilisierten sich die Deutschen später, ein Distanzschuss mit viel Effet aus 25m Entfernung durch Bayern-Profi Kroos (von der italienischen Defensive sträflich vernachlässigt und von Jerome Boateng hervorragend freigespielt – hier zu sehen auf YouTube) in der 48. Minute sorgte für die Führung und beruhigte die DFB-Junioren weiter, aber wirklich ungefährdet war der deutsche Sieg nie: eine Viertelstunde vor Schluss vergab der Italiener Alessio Cerci eine Großchance und schoss freistehend und unbedrängt nach einem Torwartfehler aus zwei Metern Torentfernung nur an den Pfosten.
Hrubesch sah die Fehler, aber auch das Potenzial der von ihm betreuten Spieler: «Leider haben wir etwas zu wenig nach vorne getan, das hätte ich mir anders gewünscht. Aber wenn diese Mannschaft weiter zusammenwächst, hat sie gute Chancen in Schweden.»
Kritik setzte es vor allem für Mesut Özil, der zuletzt für Werder Bremen in der Bundesliga einige gute Spiele gemacht hatte. Sport.ARD.de urteilte: «Besonders enttäuschend war auf deutscher Seite die Leistung des Bremers Mesut Özil, der auf der linken offensiven Außenbahn keinerlei Beweglichkeit zeigte, keine Akzente setzte und zudem die Defensivarbeit vernachlässigte.»
Der Spielbericht des kickers: «Italien begann stark in der Osnatel-Arena. Der Ball lief gut durch die Reihen der Gäste, bei denen Giovinco das Geschehen an sich riss und einige vielversprechende Angriffe initiierte. Bei den Gastgebern war zu wenig Bewegung im Spiel, schon im Aufbau fehlerhaft war der Ball meist kurz hinter der Mittellinie weg.»
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