Posts Tagged ‘Jürgen Klinsmann’
12. Mai 2009
Bei den 11Freunden habe ich heute einen interessanten und ausführlichen Artikel von Benni Kuhlhoff gefunden, der sich mit der Situation in Dortmund und Jürgen Klopps Arbeit befasst. Neben der inzwischen ja nicht mehr originellen Feststellung, dass Klopp Klinsmanns Credo, jeden Spieler jeden Tag besser zu machen, tatsächlich verwirklicht hat, im Gegensatz zum Ex-Nationaltrainer, findet sich dort eine Passage, die ich mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt habe:
Dortmund hat in dieser Saison bisher nur vier Mal verloren, so selten wie keine andere Mannschaft der Liga. [...] Denn Dortmund ist unter Jürgen Klopp nicht mehr die unsichere Mannschaft, die einfach nur irgendwie mitspielen will, sondern eine Einheit, die in jedem Spiel ihr Konzept verfolgt und auf Sieg spielt. Diese konsequenten, klar erkennenbare Linie wird auch eine Genugtuung für den kritisch beäugten Klopp sein. Nicht Wenige zweifelten vor der Saison, ob Klopp mit einer Aufgabe bei einem großen Club und vor allem außerhalb seiner Mainzer Heimat zurecht kommen würde. [...] Und auch der Fußballehrer Klopp selbst scheut sich nicht, Neues zu lernen. Zu Beginn der Saison verzichtete er beispielsweise noch dankend auf den Schweizer Alexander Frei im Sturmzentrum der Schwarz-Gelben, weil dessen Art Fußball zu spielen, nicht in das Konzept von Klopp zu passen schien. Zu passiv, zu wenig Arbeit nach hinten, das waren die Attribute, die den Publikumsliebling Frei zum Bankdrücker machten und ihn sogar im Winter über eine Abgang nachdenken ließen. Stattdessen vertraute Klopp auf Mohamed Zidan, der das ihm geschenkte Vertrauen aber zu selten in Zählbarem zurückzahlte. Also gab Klopp Frei eine zweite Chance und seit dessen Rückkehr in die Startformation gewann auch das Dortmunder Angriffspiel zunehmend an Stabilität. Seit der Schweizer wieder in der Startelf steht, ist Dortmund ungeschlagen.
Kuhlhoff geht weiterhin auf die Entwicklung ein, die eine Reihe von Spielern unter Klopp gemacht haben. Neben Felipe Santana und Neven Subotic nennt er Patrick Owomoyela, Roman Weidenfeller (was ich ablehnen würde – Weidenfeller war zuvor ein Torwart, der etwas besser als der Durchschnitt war, und ist es auch jetzt geblieben) und Nuri Sahin. Ich frage mich: Was ist mit Jakub Blaszczykowksi, der eine wichtige Rolle im Offensivspiel einnimmt? Was ist mit Sebastian Kehl, der so lange nicht mehr als ein Hoffnungsträger war und jetzt der charakterstarke Anführer und Kapitän dieses Teams ist?
Veröffentlicht in Personalpolitik, Querpass - Artikel woanders | 1 Kommentar »
Tags: 11Freunde, Alexander Frei, Benni Kuhlhoff, Borussia Dortmund, Felipe Santana, Jakub Blaszczykowski, Jürgen Klinsmann, Jürgen Klopp, Mohamed Zidan, Neven Subotic, Nuri Sahin, Patrick Owomoyela, Roman Weidenfeller, Sebastian Kehl
27. April 2009
Seit Wochen hatten verschiedene Zeitungen und Fernsehsender darüber gemutmaßt, nun ist es beschlossene Sache: Jürgen Klinsmann wird vorzeitig als Trainer des FC Bayern München abgelöst, sein Nachfolger wird Jupp Heynckes, der bereits für vier Jahre lang (1987-1991) das Training an der Säbener Straße geleitet hatte.
Anscheinend hatten die Vereins-Funktionäre schon länger mit Heynckes Kontakt, denn dieser saß – so berichtet der kicker – während des letzten Bundesliga-Spiels bereits auf der Tribüne und beobachtete seine künftige Elf.
Besonders interessant ist die Besetzung des Co-Trainer-Postens, denn diese Frage wird vereinsintern gelöst: Hermann Gerland, Trainer der zweiten Mannschaft und als Förderer der Jugend und harter Hund bekannt, wird diese Aufgabe übernehmen.
Heynckes wird vorerst nur bis zum Saisonende beim FC Bayern bleiben, möglicherweise geht man also mit einem anderen Trainer in die nächste Spielzeit.
Interessante Personalien werden für Heynckes sicherlich Michael Rensing und Hans-Jörg Butt sowie die Rolle von Lukas Podolski werden. Auch ein möglicher Wechsel von Franck Ribéry wird davon abhängen, mit welcher Perspektive und welchem Trainer der FCB in die kommende Saison geht.
Veröffentlicht in Personalpolitik, Trainer sind auch nur Menschen | 2 Kommentare »
Tags: FC Bayern München, Hans-Jörg Butt, Hermann Gerland, Jörg Butt, Jürgen Klinsmann, Jupp Heynckes, kicker, Lukas Podolski, Michael Rensing, Trainer
28. März 2009
Liechtenstein und Wales sind die nächsten Gegner für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM 2010.
Zunächst spielt man am heutigen Samstag in Leipzig gegen Liechtenstein, am Mittwoch erwartet die walisische Auswahl den Vize-Europameister in Cardiff. Ohne Neulinge, aber dafür mit einigen angeschlagenen Spielern geht Bundestrainer Joachim Löw den beiden Partien entgegen.
Vor allem Miroslav Klose, der wegen eines Sehnenrisses verletzt ausfällt, fehlt der deutschen Elf. René Adler ist zwar zum Treffen der Nationalspieler gereist, wird aber aller Voraussicht nach nicht spielen können. Auch Arne Friedrich und Torsten Frings stehen nicht zur Verfügung.
Die Frage nach dem Sieger des Spiels stellt sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, Deutschland ist der haushohe Favorit. Zwar wird Liechtenstein mit läuferischem und kämpferischem Aufwand versuchen, möglichst lange ein Unentschieden zu halten und vielleicht den ein oder anderen Konter zu setzen, aber das qualitativ bessere Spiel werden sicherlich die Deutschen betreiben.
Spätestens ab der 70. Minute wird die DFB-Auswahl die Liechtensteiner nach Belieben dominieren, denn maximal bis dahin reicht die Kondition beim Gegner.
Ich gehe von folgender Aufstellung aus:
- Tor: Robert Enke. Adler fällt aus und Tim Wiese ist ohnehin nur Ersatz.
- Abwehr: Philipp Lahm, Per Mertesacker, Serdar Tasci, Andreas Hinkel. Heiko Westermann ist ein weiterer Kandidat für die erste Elf. Andreas Beck und Marcel Schäfer werden eventuell eingewechselt, wenn ein ungefährdeter Sieg bevorsteht.
- Mittelfeld: Marcell Jansen, Michael Ballack, Simon Rolfes, Bastian Schweinsteiger. Ich vermute, der in Hamburg langsam aufblühende Jansen wird seine Chance erhalten (Randbemerkung: erst beim HSV wurde bei ihm eine Laktose- und Getreideallergie festgestellt, die ihn während seiner Zeit beim FC Bayern natürlich extrem schwächte – Klinsmanns Trainerstab war also entweder ungenau oder verließ sich auf alte Hitzfeld-Daten). Thomas Hitzlsperger wird eingewechselt werden, um Ballack oder Rolfes zu schonen. Piotr Trochowski und Marko Marin bekommen vielleicht eine Chance als Einwechselspieler.
- Sturm: Mario Gomez, Lukas Podolski. Die Entscheidung für Gomez sehe ich als relativ eindeutig, er ist der beste Stürmer des Kaders, er agiert sowohl als Strafraumspieler als auch aus dem Mittelfeld kommend ausgezeichnet. In der Nationalmannschaft konnte er seine Qualität noch nicht wirklich beweisen, aber Löw wird an ihm festhalten und ihm hier und heute eine weitere Möglichkeit geben. Warum Podolski und nicht Helmes oder Kießling? Podolski kommt aus dem Spiel und geht mit Zug in den Strafraum. Einen solchen Spieler braucht es gegen eine liechtensteinische Abwehr, die versuchen wird, alle Deutschen möglichst konsequent in die Manndeckung zu nehmen. Podolskis Antritte werden Räume und damit Chancen schaffen. Möglicherweise wird Patrick Helmes eingewechselt, Stefan Kießling wird wahrscheinlich pausieren – er musste unter der Woche eine Trainingseinheit abbrechen, ich rechne bei ihm mit einem Einsatz gegen Wales.
- Zusammengefasst: Enke – Lahm, Mertesacker, Tasci, Hinkel – Jansen, Ballack, Rolfes, Schweinsteiger – Gomez, Podolski
Veröffentlicht in Die, die den Adler tragen | 3 Kommentare »
Tags: Andreas Beck, Andreas Hinkel, Bastian Schweinsteiger, Cardiff, Deutschland, DFB, FC Bayern München, Heiko Westermann, HSV, Jürgen Klinsmann, Joachim Löw, Liechtenstein, Lukas Podolski, Marcel Schäfer, Marcell Jansen, Mario Gomez, Marko Marin, Michael Ballack, Miroslav Klose, Ottmar Hitzfeld, Patrick Helmes, Per Mertesacker, Philipp Lahm, Piotr Trochowski, René Adler, Robert Enke, Serdar Tasci, Simon Rolfes, Stefan Kießling, Tim Wiese, Torsten Frings, Wales
19. November 2008
Etwas kurios ist es schon: Seitdem der Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters nicht DFB-Sportdirektor wurde, kennen ihn alle Fußballfreunde in der Republik. Peters war Jürgen Klinsmanns Wunschkandidat für den Posten, der DFB wollte lieber eine mit Fußball vertraute Person auf diesem Posten, stellte sich quer und installierte Matthias Sammer.
Bernhard Peters arbeitet momentan beim Bundesligisten TSG Hoffenheim als Sportdirektor. Der 48-Jährige gilt als Innovator des Fußballs, er blickt von außen auf das Geschäft und hat vielleicht von vornherein nicht die «Betriebsblindheit», die man all denen vorwerfen könnte, die sich seit ihrer frühesten Jugend mit dem runden Leder beschäftigen. Denn: Man findet kaum Trainer, die zuvor nicht als Spieler aktiv waren. Christoph Daum spielte etwa «nur» bei den Amateuren des 1. FC Köln, Hans Meyer war zwar Profi in der DDR, beendete seine Karriere aber schon im Alter von 27 Jahren. Der Rest der Bundesligatrainer hatte langfristige Profiverträge, spielte größtenteils auch für Nationalmannschaften. Peters ist das «Maverick» in dieser alten Gilde.
Jüngst forderte er im kicker, den im Fußball traditionellen Spielerwechsel zu revolutionieren und das System des fliegenden Wechsels einzuführen. Keine Beschränkung, keine Spielunterbrechung, höheres Spieltempo. Klingt schön und gut. Nur: Das verändert den Fußball radikal.
Es ist teilweise ein Geduldsspiel, es geht um das Aufdecken von Fehlern beim Gegner und das Vermeiden eigener Fehler. Der Trainer muss seine Entscheidungen langfristig planen. Geht er zehn Minuten vor Ende auf Nummer Sicher und bringt einen zusätzlichen Defensivspieler – oder setzt er alles auf eine Karte und verstärkt den Sturm? Diese strategische Komponente würde durch Peters’ Vorschlag komplett entfallen.
Und: Fußball ist manchmal zäh – und das ist gut so. Man muss nicht vor dem Fernseher fiebernd jede Sekunde des Spiels zu verfolgen, um zu wissen, wie es läuft. Der Fußball nimmt sich manchmal seine Zeit – und gerade das macht ihn so reizvoll in einer Welt des Sports, in der zunehmend Athletik und Muskelkraft mehr zählen als Strategie.
Übrigens: Auch der WerderBlog beschäftigt sich mit der Thematik und argumentiert gegen Peters. Unter anderem geht es um drohende Abseits-Diskussionen und die fehlende Einbindung ins Spiel (ein in meinen Augen sehr guter Punkt!).
Veröffentlicht in Im Blitzlichtgewitter, Neben dem Platz | Kommentar schreiben »
Tags: Auswechselungen, Bernhard Peters, Christoph Daum, DFB, fliegender Wechsel, Hans Meyer, Jürgen Klinsmann, kicker, Matthias Sammer