Posts Tagged ‘Lukas Podolski’

Odonkor zurück in die Bundesliga?

22. Mai 2009

David Odonkor, einer der WM-Helden von 2006, zieht es anscheinend zurück nach Deutschland. Nachdem er zuletzt beim Tabellensechzehnten der spanischen Primera División, Betis Sevilla, nur noch sporadisch zum Einsatz kam, erwägt er nun laut Informationen des «sid» eine Rückkehr in die Bundesliga.

Es gibt in Deutschland drei oder vier interessierte Mannschaften. Wenn ich eine davon auswählen könnte, wäre es Hannover 96.

Ein taktisches Manöver? Hannovers Präsident Martin Kind erklärte, er hätte dieses angebliche Interesse seines Vereins erst durch die Presse erfahren. Andererseits könnte Hannovers neuer Sportdirektor Jörg Schmadtke, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist, in diesen Fall verwickelt sein. Aus seiner Zeit bei Alemannia Aachen ist bekannt, dass Schmadtke zuweilen dazu neigt, Entscheidungen nicht mit dem Vereinsvorstand abzusprechen – das würde Kinds Ahnungslosigkeit erklären.

Es ist unbekannt, ob und zu welchen Bundesligisten Odonkors Spieleragentur «Sieger Sport» bereits Kontakte geknüpft hat. Möglicherweise könnte auch die Agentur «Teamgeist», die Andreas Hinkel betreut, mit dem Transfer zu tun haben, bei beiden Agenturen fungiert ein gewisser Klaus Schaude als Ansprechpartner.

Seriöse Quellen, die eine Tendenz anzeigen, existieren derzeit nicht. Laut Transfermarkt.de soll auch BSC Young Boys Bern an einer Verpflichtung von Odonkor interessiert sein.

Meine Vermutungen:

  • Jörg Schmadtke ist an Odonkor interessiert, hat seinem Präsidenten aber davon nichts erzählt. Dieser erfährt es dummerweise über die Presse.
  • Der 1. FC Köln deckt mit seinem Scouting-Netzwerk den iberischen Fußball gut ab. Odonkor als Vorlagengeber für Lukas Podolski könnte eine interessante Option für die kommende Saison sein. (Gegen Ende seiner Dortmunder Zeit schlug Odonkor präzise Flanken, ob das noch immer so ist, kann ich nicht beurteilen.)
  • Die TSG Hoffenheim will zur neuen Saison einen zweistelligen Millionenbetrag in neue Spieler investieren. Da Rangnick über einen sehr schnellen Sturm verfügt (zum Beispiel Demba Ba), würde Odonkor gut in dieses Spielsystem passen. Möglicherweise gelingt es Rangnick auch, Odonkors «eigenwillige» Technik und Ballbehandlung zu verbessern. (In der Vergangenheit ließ er auf Videos Bewegungsanalysen seiner Spieler erstellen, um Fehler zu entdecken. Ich weiß nicht mehr, welchen Spieler Rangnick hier als Beispiel heranzog – ich habe wieder Demba Ba im Hinterkopf -, aber die Verbesserung war bemerkenswert.)
  • Ich könnte mir auch vorstellen, dass einer der Zweitliga-Aufsteiger (SC Freiburg ist bereits aufgestiegen, der FSV Main 05 und der 1. FC Nürnberg steigen entweder direkt auf oder erreichen den Relegationsplatz) Interesse an einer Belebung für die Offensive hätte.

Breaking News: Heynckes statt Klinsmann beim FC Bayern München

27. April 2009

Seit Wochen hatten verschiedene Zeitungen und Fernsehsender darüber gemutmaßt, nun ist es beschlossene Sache: Jürgen Klinsmann wird vorzeitig als Trainer des FC Bayern München abgelöst, sein Nachfolger wird Jupp Heynckes, der bereits für vier Jahre lang (1987-1991) das Training an der Säbener Straße geleitet hatte.

Anscheinend hatten die Vereins-Funktionäre schon länger mit Heynckes Kontakt, denn dieser saß – so berichtet der kicker – während des letzten Bundesliga-Spiels bereits auf der Tribüne und beobachtete seine künftige Elf.

Besonders interessant ist die Besetzung des Co-Trainer-Postens, denn diese Frage wird vereinsintern gelöst: Hermann Gerland, Trainer der zweiten Mannschaft und als Förderer der Jugend und harter Hund bekannt, wird diese Aufgabe übernehmen.

Heynckes wird vorerst nur bis zum Saisonende beim FC Bayern bleiben, möglicherweise geht man also mit einem anderen Trainer in die nächste Spielzeit.

Interessante Personalien werden für Heynckes sicherlich Michael Rensing und Hans-Jörg Butt sowie die Rolle von Lukas Podolski werden. Auch ein möglicher Wechsel von Franck Ribéry wird davon abhängen, mit welcher Perspektive und welchem Trainer der FCB in die kommende Saison geht.

Deutschland gegen Liechtenstein

28. März 2009

Liechtenstein und Wales sind die nächsten Gegner für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM 2010.

Zunächst spielt man am heutigen Samstag in Leipzig gegen Liechtenstein, am Mittwoch erwartet die walisische Auswahl den Vize-Europameister in Cardiff. Ohne Neulinge, aber dafür mit einigen angeschlagenen Spielern geht Bundestrainer Joachim Löw den beiden Partien entgegen.
Vor allem Miroslav Klose, der wegen eines Sehnenrisses verletzt ausfällt, fehlt der deutschen Elf. René Adler ist zwar zum Treffen der Nationalspieler gereist, wird aber aller Voraussicht nach nicht spielen können. Auch Arne Friedrich und Torsten Frings stehen nicht zur Verfügung.

Die Frage nach dem Sieger des Spiels stellt sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, Deutschland ist der haushohe Favorit. Zwar wird Liechtenstein mit läuferischem und kämpferischem Aufwand versuchen, möglichst lange ein Unentschieden zu halten und vielleicht den ein oder anderen Konter zu setzen, aber das qualitativ bessere Spiel werden sicherlich die Deutschen betreiben.
Spätestens ab der 70. Minute wird die DFB-Auswahl die Liechtensteiner nach Belieben dominieren, denn maximal bis dahin reicht die Kondition beim Gegner.

Ich gehe von folgender Aufstellung aus:

  • Tor: Robert Enke. Adler fällt aus und Tim Wiese ist ohnehin nur Ersatz.
  • Abwehr: Philipp Lahm, Per Mertesacker, Serdar Tasci, Andreas Hinkel. Heiko Westermann ist ein weiterer Kandidat für die erste Elf. Andreas Beck und Marcel Schäfer werden eventuell eingewechselt, wenn ein ungefährdeter Sieg bevorsteht.
  • Mittelfeld: Marcell Jansen, Michael Ballack, Simon Rolfes, Bastian Schweinsteiger. Ich vermute, der in Hamburg langsam aufblühende Jansen wird seine Chance erhalten (Randbemerkung: erst beim HSV wurde bei ihm eine Laktose- und Getreideallergie festgestellt, die ihn während seiner Zeit beim FC Bayern natürlich extrem schwächte – Klinsmanns Trainerstab war also entweder ungenau oder verließ sich auf alte Hitzfeld-Daten). Thomas Hitzlsperger wird eingewechselt werden, um Ballack oder Rolfes zu schonen. Piotr Trochowski und Marko Marin bekommen vielleicht eine Chance als Einwechselspieler.
  • Sturm: Mario Gomez, Lukas Podolski. Die Entscheidung für Gomez sehe ich als relativ eindeutig, er ist der beste Stürmer des Kaders, er agiert sowohl als Strafraumspieler als auch aus dem Mittelfeld kommend ausgezeichnet. In der Nationalmannschaft konnte er seine Qualität noch nicht wirklich beweisen, aber Löw wird an ihm festhalten und ihm hier und heute eine weitere Möglichkeit geben. Warum Podolski und nicht Helmes oder Kießling? Podolski kommt aus dem Spiel und geht mit Zug in den Strafraum. Einen solchen Spieler braucht es gegen eine liechtensteinische Abwehr, die versuchen wird, alle Deutschen möglichst konsequent in die Manndeckung zu nehmen. Podolskis Antritte werden Räume und damit Chancen schaffen. Möglicherweise wird Patrick Helmes eingewechselt, Stefan Kießling wird wahrscheinlich pausieren – er musste unter der Woche eine Trainingseinheit abbrechen, ich rechne bei ihm mit einem Einsatz gegen Wales.
  • Zusammengefasst: Enke – Lahm, Mertesacker, Tasci, Hinkel – Jansen, Ballack, Rolfes, Schweinsteiger – Gomez, Podolski

Sven und Lars Bender schlagen Angebot von Real Madrid aus

13. März 2009

Geniale Strategen oder leidenschaftliche Sechzger? Sven und Lars Bender waren im Visier von Real Madrid. Nun dementierte ihr Berater Manfred Schulte gegenüber spox.com einen Wechsel der beiden U19-Nationalspieler ins Ausland.

Sie zählen zu den talentiertesten deutschen Mittelfeldspielern – und sie lassen Real Madrid ebenso abblitzen wie Manchester United und den FC Liverpool. Die Rede ist von Lars und Sven Bender, einem 19-jährigen Zwillingspaar in Diensten von 1860 München. Beide sind amtierende U19-Europameister, beide spielen im defensiven Mittelfeld, beide sind im Visier großer Klubs, beide lehnen die Angebote ab.

Sven und Lars Bender sind eine Art Lukas Podolski (damals bei Köln) im Doppelpack: Enorm talentiert, aber bei einem unterklassigen Verein unter Vertrag, immer gejagt von den Großen. Werder und Dortmund wollten Lars. Manchester United, der FC Liverpool und Real Madrid wollte gleich beide. Sie spielen weiterhin für die Löwen.

Wie lange noch? Ihre Verträge laufen 2011 aus und es ist nicht davon auszugehen, dass sie über diese Laufzeit hinaus bei dem zuletzt eher chaotischen «Löwen» spielen werden. Die Interessenten stehen Schlange, ein vorzeitiger Wechsel ist möglich. Gerüchte über Ausstiegsklauseln wurden dementiert, aber 1860 ist finanziell nicht auf Rosen gebettet und dürfte daran interessiert sein, lieber ein bisschen Geld mitzunehmen, als die Zwillinge kostenlos ziehen zu lassen.
Interessant ist die Wortwahl Manfred Schultes, des Spieleragenten. Er erklärte, dass die Benders nicht ins Ausland gehen wollten.
Eine kluge Entscheidung, denn die Gefahr eines Scheiterns ist groß. Die Negativbeispiele der jüngeren Vergangenheit heißen Robert Huth und Moritz Volz, auch Christopher Schorch scheint bei Real Madrid keine Lobby mehr zu haben. Auf der anderen Seite stehen Thomas Hitzlsperger und Andreas Hinkel, Stammspieler beim FC Celtic, der aber auch nur über Umwege wieder zu einem Stammplatz gefunden hat.
Es sieht so aus, als ob Schulte für seine beiden Schützlinge einen Masterplan entwickelt hat: Lange bei den Löwen spielen, Interesse wecken und den Marktwert steigern, dann – vielleicht mit 21 oder 22 – ein Wechsel in die Bundesliga, erneut Fuß fassen und im besten Fußballeralter ein Wechsel ins Ausland.
Bemerkenswert, wie Schulte vorzeitige Angebote abblockt, sich aber immer im Gespräch hält (er gibt ja zu, dass mit Madrid ebenso verhandelt wurde wie kürzlich mit Leverkusen), und wie die beiden Benders die Disziplin und Geduld aufbringen, nicht den Verlockungen nachzugeben.